Olympia IOC
Grünes Licht für Münchner Olympia-Bewerbung

Der Münchner Stadtrat hat die erste Bewerbungsmappe für die Olympischen Winterspiele 2018 abgesegnet. Darin ist auch ein Finanzrahmen enthalten.

Der Münchner Stadtrat und der Gemeinderat von Garmisch-Partenkirchen haben den Weg für eine erfolgreiche Olympia-Bewerbung für die Winterspiele 2018 freigemacht und umfangreiche Finanzgarantien in Milliardenhöhe gegeben. Am Mittwochabend nahm die Kandidatur in der mit Spannung erwarteten Sitzung des Gemeinderates unter der Zugspitze die bislang wohl schwerste Hürde, denn der Antrag auf ein Ratsbegehren und einem nachfolgenden Bürgerentscheid über Olympia scheiterte mit 10:20 Stimmen.

"Wir haben die nächste Hürde auf dem Weg zu einer erfolgreichen Olympia-Bewerbung genommen. Dieser Beschluss gibt Rückenwind für München 2018", sagte Münchens Oberbürgermeister Christian Ude. In der bayerischen Landeshauptstadt wurde mit nur vier Gegenstimmen die erste Bewerbungsmappe ("Mini Bid Book") der Bewerbungsgesellschaft für das Internationale Olympische Komitee (IOC) abgesegnet.

"Verpflichtungen in noch nicht bekanntem Umfang und Ausmaß"

Bereits um acht Uhr morgens hatten sich am Mittwoch die 81 Stadträte getroffen, nach zweistündiger Diskussion stimmten nur die Abgeordneten der Linken (3) und der Bayernpartei (1) gegen die Vorlage. Darin verpflichtet sich die Stadt zur "Abgabe von Garantien für verbindliche Verpflichtungen in noch nicht bekanntem Umfang und Ausmaß".

In dem ersten Bewerbungsdokument, das bis zum 15. März 2010 beim IOC abgegeben werden muss, sind im Stadtgebiet Investitionen von bis zu 1,1 Mrd. Euro veranschlagt. Davon sollen bis zu 435 Mill. Euro aus Steuergeldern kommen. Insgesamt sollen die Spiele nach Schätzungen der Bewerbungsgesellschaft München 2018 zwischen 2,9 und 3,5 Mrd. Euro kosten. Die teuersten Bauten wären zwei Eishockeyhallen im Olympiapark mit Gesamtinvestionen bis zu 180 Mill. Euro. Das Bewerbungsbudget bis zur Vergabe der Spiele im Sommer 2011 wird im Mini Bid Book mit 29,7 Mill. Euro angegeben.

Mit den im Stadtratsbeschluss getroffenen Garantie-Erklärungen unterwirft sich der Ausrichter der Sommerspiele von 1972 zugleich den umstrittenen Regeln des IOC mit einem maximalen Ausmaß an Verpflichtungen für die potenzielle Gastgeberstadt. Münchens OB Ude stimmte der Kritik zu ("Von sich aus würde keine Stadt der Welt das übernehmen"), allerdings gebe es keinen dritten Weg: "Wenn man sich bewerben will, ist das Bedingung. Selbst Obama und Putin haben das akzeptieren müssen. Wir können uns kein anderes IOC machen."

Der Kreistag des Berchtesgadener Landes hatte das Bewerbungsdokument als erster Partner schon am Montag mit klarer Mehrheit durchgewunken. Am Abend stimmte nach einstündiger Diskussion auch als letzter Partner der Gemeinderat von Garmisch-Partenkirchen mit 20:10 Stimmen dem Milliardenplan zu. Der von der CSU-Fraktion eingebrachte Antrag auf ein Ratsbegehren scheiterte zur Freude der anwesenden Vertreter der Bewerbergesellschaft dagegen.

"Man muss die Leute mitnehmen

"Ich habe nichts gegen Olympia. Aber es darf keinen Freibrief geben und man muss die Leute mitnehmen", hatte CSU-Fraktionschefin Elisabeth Koch erklärt. Unklarheit herrscht unter der Zugspitze besonders über die Kosten, die auf den Olympia-Ausrichter von 1936 zukommen. Ude kann die Contra-Stimmung in GAP nicht nachvollziehen: "Natürlich ist Kritik erlaubt. Aber man kann nicht jahrelang Beschlüsse mittragen und jetzt ein Ratsbegehren machen. Dafür ist es einfach zu spät."

Der am vergangenen Freitag neu bestellte Olympia-Geschäftsführer Willy Bogner will in nächster Zeit mit dazu beitragen, die Wogen in Garmisch-Partenkirchen zu glätten und die Umweltschützer ("Nachhaltige Umweltzerstörung) zu beruhigen.

Neben der bayerischen Landeshauptstadt bewerben sich das französische Annecy und das südkoreanische Pyeongchang um die Ausrichtung der Winterspiele 2018. Über die Vergabe entscheidet das IOC im Sommer 2011.

© SID

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