Olympia IOC
IOC-Chef Rogge überzeugt von "exzellenten Spielen"

Trotz massiver weltweiter Proteste von Menschenrechtsaktivisten hält das IOC am Fackellauf durch Tibet fest. IOC-Präsident Jacques Rogge ist von "exzellenten Spielen"überzeugt.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) will sich auf dem Hindernisparcours zu den Sommerspielen 2008 nicht aufhalten lassen und die eingestandene Krise überwinden: "Ich kann nicht in der Kristallkugel lesen, aber ich bin optimistisch, dass wir exzellente Spiele erleben werden", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge am Freitag in Peking.

Mit dieser Botschaft beendete der Belgier vier Monate vor dem Olympia-Auftakt am 8. August die vorolympische Tagungswoche in der chinesischen Hauptstadt, die von den Protesten um das Feuer sowie der Diskussion um Tibet-Frage und Menschenrechte überschattet war. Mit klaren Worten hatte Rogge diese Probleme zuvor aufgezeigt und Lösungen bei den Olympiagastgebern angemahnt.

Fackellauf durch Tibet findet statt

Zum Abschluss bestätigte er, dass der Fackellauf wie vorgesehen im Juni durch Tibets Hauptstadt Lhasa führen werde. "Das Exekutivkomitee hat die geplante Route erneut diskutiert und ihr zugestimmt. Das gilt auch für Tibet und seine Hauptstadt Lhasa."

Die Fackel erreicht die südtibetische Stadt Shannan Diqu am 19. Juni, an den folgenden beiden Tagen steht Lhasa auf dem Programm. Dort soll das Feuer auch mit der zweiten Flamme wiedervereinigt werden, die im Mai auf den Mount Everest getragen werden soll.

Für das IOC geht es in den kommenden Wochen nun vor allem darum zu verhindern, dass der Sport noch mehr zum Spielball der Politik wird und Trittbrettfahrer die mediale Aufmerksamkeit für Spiele und Fackellauf für ihre Zwecke missbrauchen: "Die Proteste richten sich nicht gegen die Spiele selbst, aber Olympia zieht die Probleme wegen seiner großen Bedeutung an", meinte Rogge.

Rogge weist chinesische Reaktion zurück

Zugleich wies er die Reaktion der Außenministeriums-Sprecherin Jiang Yu zurück, die das IOC am Vortag vor der Einmischung in "irrelevante politische Angelegenheiten" gewarnt hatte. Dadurch waren Spannungen zwischen IOC und China offen zutage getreten.

Auch IOC-Vize Thomas Bach wollte die Erklärung nicht kommentierten: "Wir müssen nicht auf jede Aussage einer Ministeriumssprecherin reagieren. Der Präsident hatte sich ja vorher mit Chinas Premierminister Wen Jiabao getroffen. Das ist die Ebene, die zählt."

Der Dosb-Präsident verlässt Peking am Samstag wie Rogge mit einem "guten Gefühl": "Die Spiele sind auf dem Weg. Die Athleten haben die Sicherheit, dass sie dabei sind, weil sich alle 205 Noks zur Teilnahme bekannt haben. Die zweite wichtige Botschaft dieser Tage war, dass die Sportler ihre freie Meinung äußern können." Das IOC, das dabei der Dosb-Linie folgte, will in den nächsten Wochen genauere Richtlinien an die Noks verschicken.

Bach: "China macht Fortschritte"

Bach verteidigte einmal mehr die Vergabe der Spiele im Jahr 2001 an Peking. "Unstrittig ist, dass China Fortschritte gemacht hat. Unstrittig ist auch, dass es noch weitere Verbesserungen geben muss. Wir haben die Zusage, dass diese folgen werden."

Organisatorisch ist Olympiagastgeber China bei der Vorbereitung aus Sicht des IOC auf dem Weg zu einer "goldmedaillenreifen Leistung". 4,62 der sieben Mill. Eintrittskarten sind für das Großereignis vom 8. bis 24. August bereits verkauft, was 66 Prozent entspricht. Das "Vogelnest" getaufte Olympiastadion wird in einer Woche bei einem Testwettkampf der Geher erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.

Sicherheitsfragen machen IOC keine Sorgen

Sicherheitsfragen sieht das IOC beim Organisationskomitee Bocog ebenfalls in guten Händen: "Wir haben 100 Prozent Vertrauen. Die Sicherheit der Spiele steht für das IOC immer ganz oben", sagte IOC-Sprecherin Giselle Davies.

Doper sollen dagegen gefährlicher als jemals zuvor leben. 1 000 Kontrolleure werden ihnen in Peking auf den Fersen sein, getestet wird erstmals auch auf Wachstumshormone, wie Wada-Präsident John Fahey bekanntgab.

Die Umweltprobleme sind zwar längst noch nicht gemeistert, aber auf dem Weg der Besserung. Die große Herausforderung bleibt neben Tibet-Konflikt und Menschenrechten vor allem die Pressefreiheit. Internet und Fernsehen werden weiter massiv zensiert.

© SID

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