Olympia IOC
IOC finanziell sehr gut aufgestellt

Zum Auftakt der 120. Session des IOC hat Präsident Jacques Rogge eine Übersicht über die Finanzen gegeben. Die Rücklagen haben sich seit 2001 auf 353 Mill. Dollar verdreifacht.

Olympische Spiele bleiben die Goldgrube des Sports und bescheren dem IOC immer neue Ertragsrekorde. Schon vor den Sommerspielen in Peking sind die Rücklagen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auf 353 Mill. Dollar angewachsen und haben sich damit seit 2001 mehr als verdreifacht. "Wir sind in einer sehr angenehmen Situation", erklärte IOC-Präsident Jacques Rogge mit deutlich sichtbarer Zufriedenheit am Dienstag zum Auftakt der 120. IOC-Session und präsentierte anschließend beeindruckende Zahlenkolonnen.

Durch die Vermarktung des Top-Sponsorenprogramms (zwölf Partner) kamen in der Olympiade zwischen 2004 und 2008 insgesamt 866 Mill. Dollar zusammen, davon wurden alleine mit den Spielen in Peking 690 Mill. Dollar generiert. Für 2008 bis 2012 sind bereits Verträge über 915 Mill. unterzeichnet, erwartet werden Einnahmen von einer Milliarde Dollar. Für 2012 bis 2016 hofft das IOC sogar auf 1,1 Mrd. Dollar, für 305 Mill. liegen bereits Zusagen vor.

Geschäfte mit TV-Rechten lassen die Kassen klingeln

Noch größer sind allerdings die Zuwachsraten beim Geschäft mit den Fernsehrechten. Hier ist für den nächsten Vier-Jahres-Zyklus eine Steigerung um 40 Prozent auf dann 3,8 Mrd. Dollar zu erwarten. Für Turin 2006 und Peking 2008 waren es zusammen 2,6 Mrd., davon 1,7 Mrd. für die Sommerspiele.

Weil auch das Pekinger Organisationskomitee für die Sommerspiele Sponsorenverträge in Höhe von rund einer Milliarde Dollar abgeschlossen hat, darunter mit den deutschen Firmen adidas und VW, bringen die Spiele im Reich der Mitte rund 3,4 Mrd. Dollar ein. Rund zwei Mrd. kassiert davon der Ausrichter.

Leichtathleten erhalten 28,5 Millionen

Den Rest verteilt das IOC großzügig an die Noks und die Fachverbände nach einem komplizierten Schlüssel. So erhalten die internationalen Sportverbände für Peking rund 290 Mill. Dollar, wobei die Leichtathleten als Kernsportart Nr. 1 mit 28,5 Mill. den größten Teil vom Kuchen abbekommen. Sieben Sportarten wie Schwimmen und Fußball bekommen jeweils 14 Mill. Dollar, jede der 28 Sportarten erhält mindestens 7,8 Millionen.

Für sich selbst behält die "Weltregierung des Sports" lediglich acht Prozent der Gesamteinnahmen, für Peking und Turin zusammen entspricht das zusammen rund 261 Mill. Dollar. Geschätzt 230 Mill. werden an 204 Nationale Olympische Komitees verteilt, wobei die USA als 205. NOK eine luxuriöse Sonderbehandlung genießen, die mittlerweile stark bedroht ist: Das Usoc bekommt bislang genauso viel Geld wie 204 andere Noks gemeinsam.

Festgeschrieben wurde dies in einem Vertrag, den IOC-Präsident Juan Antonio Samaranch 1986 mit dem Usoc schloss. Er garantiert diesem 12,75 Prozent der TV-Gelder des IOC aus den USA und 20 Prozent der Sponsorengelder aus dem internationalen Top-Programm.

Vorzugsbehandlung "moralisch nicht länger akzeptabel"

Seitdem Ruder-Weltpräsident Denis Oswald als Vorsitzender der Sommersportverbände (Asoif) Anfang März die Vorzugsbehandlung der Amerikaner durch das IOC in einem offenen Brief an alle restlichen 204 Noks sowie an IOC-Präsident Jacques Rogge und Usoc-Chef Peter Ueberroth als "moralisch nicht länger akzeptabel" kritisiert hatte, wächst der Unmut über die Situation.

Die Gespräche über eine Änderung des Abkommens laufen bereits seit geraumer Zeit zwischen IOC und Usoc. Die Amerikaner haben signalisiert, zu Abstrichen bereit zu sein, um die Bewerbung Chicagos für die Sommerspiele 2016 nicht zu belasten.

Die Einnahmesituation des IOC indes rechtfertigt zumindest teilweise eine Sonderbehandlung, denn von den zwölf Top-Sponsoren des IOC kommen sechs aus den USA. Die anderen sechs sitzen in Kanada (1), Asien (3) und Europa (2). Bei den TV-Geldern kassiert das IOC rund zwei Drittel vom US-Sender NBC.

© SID

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