Olympia IOC
Neue Sportarten und Dopinggesetze im IOC-Fokus

Die Athletenkommission hat während der IOC-Tagungen in Lausanne angeregt, das olympische Sommerprogramm für neue Sportarten zu öffnen. Auch das Thema Doping macht in der Schweiz wieder die Runde.

Wenn es nach der IOC-Athletenkommission geht, erleben wir demnächst eine abermalige "olympische Expansion". Die Abwahl von Sportarten aus dem Programm der Olympischen Sommerspiele soll demzufolge erschwert, neuen Weltverbänden dagegen eine größere Chance auf Aufnahme bereitet werden. Zum Auftakt der Exekutivtagungen in Lausanne schlug die Kommission vor, dass künftig die Zahl von 25 Sportarten nicht unterschritten werden darf und die Neuaufnahme künftig mit einfacher statt wie bisher Zweidrittel-Mehrheit möglich sein soll.

"Die Barriere ist zu hoch, wie die Session in Singapur gezeigt hat", begründete Sergej Bubka als Vorsitzender der Athletenkommission den Vorstoß. Im Juli waren fünf Verbände (Golf, Inline-Skating, Karate, Rugby, Squash) an der Hürde gescheitert, obwohl Baseball und Softball hinausgewählt worden waren. Damit stehen für London 2012 nach derzeitigem Stand nur noch 26 Sportarten im Programm. Allerdings gibt es Bestrebungen, die kommende Session in Turin noch einmal über den Ausschluss abstimmen zu lassen. Dazu gab die Athletenkommission jedoch keine eigene Empfehlung ab. Laut IOC-Charta können bislang zwischen 15 und 28 Sportarten bei Sommerspielen zugelassen werden.

Am Donnerstag wird nun das ausschlaggebende IOC-Organ, die Exekutive, endgültig über die maximal 301 Wettbewerbe für die Spiele 2008 in Peking bestimmen. Als sicher gilt die Aufnahme des Frauen-Boxens, das damit als letzter Sport den Athletinnen die Tür zu Olympia öffnet. Dafür werden mehrere Männer-Klassen gestrichen. Der Exekutive liegen von den 28 Weltverbänden 14 Änderungsanträge vor. Sie werden jedoch nur dann genehmigt, wenn die Gesamtzahl von 10 500 Teilnehmern dadurch nicht überschritten wird.

Disput um italienische Dopinggesetze

Im Vorfeld der Winterspiele 2006 in Turin setzen die sieben olympischen Wintersportverbände im Streit um die strengen italienischen Dopinggesetze unterdessen auf IOC-Präsident Jacques Rogge. "Dieses Problem kann nur als Chefsache gelöst werden", erklärte der Italiener Ottavio Cinquanta als Sprecher der Wintersportverbände zum Auftakt der Exkutivtagung in Lausanne. Die Federationen würden keine eigene Initiative starten.

Einige Federationen befürchten den Verzicht von Profis auf die Olympiateilnahme in Turin, weil die dortigen Gesetze bereits bei Doping-Verdacht Festnahmen und Verhöre erlauben. Das IOC besteht dagegen darauf, dass ohne seine Zustimmung kein Athlet an Training oder Wettkampf gehindert werden darf.

Rogge hat für den 17. November ein Treffen mit Premier Silvio Berlusconi vereinbart. Er setze weiter darauf, dass es zu einer Einigung komme, sagte Cinquanta, der auch Präsident des Eiskunstlauf-Weltverbandes ist.

© SID

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