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Olympia sucht den Draht zur Jugend

In den Diskussionsrunden am Abschlusstag des 13. Olympischen Kongresses in Kopenhagen wurde deutlich, dass Olympias einzige Überlebenschance der Weg in die digitale Welt ist.

Am Ende des dreitägigen Wortmarathons hielten 1 200 Delegierte 66 Empfehlungen in den Händen, doch der Königsweg in eine sichere Zukunft Olympias wurde darin nicht beschrieben. Stattdessen glich die Abschlusserklärung des 13. Olympischen Kongresses in Kopenhagen einer Mängelliste und machte zugleich das größte Dilemma der Olympischen Bewegung deutlich: Ihr läuft die Jugend weg.

Die wie ein Wortungetüm wirkenden Empfehlungen mit Leben zu füllen, ist nun die große Herausforderung. "Ich rufe alle Gremien der olympischen Bewegung auf, so schnell wie möglich zu handeln", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge und versprach: "Vieles werden wir bereits beim Treffen des Präsidiums im Dezember entscheiden." Vizepräsident Thomas Bach meinte nach über 100 Redebeiträgen der Vertreter von Nationalen Olympischen Komitees (Noks), Sportverbänden und Athleten: "Ich bin von der Vielzahl an konkreten Vorschlägen positiv überrascht."

Kosten unter Kontrolle halten

Unter anderem soll eine Trainerkommission ins Leben gerufen und die Verteilung der Mrd.-Einnahmen des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) überdacht werden. Die Kosten für die Spiele müssten unter Kontrolle gehalten werden. "Wir halten an maximal 28 Sportarten und 10 500 Athleten fest", erklärte Rogge.

In den Diskussionsrunden am Abschlusstag wurde deutlich, dass Olympias einzige Überlebenschance der Weg in die digitale Welt ist, wo sich die Jugend tummelt. 1,6 Milliarden Menschen sind heute weltweit online, vier Mrd. per Handy erreichbar. "Die meisten dieser Nutzer sind junge Leute. Sie sind ein riesiges und wertvolles Publikum. Ihre Konsumausgaben liegen bei 600 Mrd. Dollar", sagte Martin Sorrell, Chef der weltgrößten Medien- und Kommunikationsagentur WPP.

"Wir müssen sicherstellen, dass die ipod- und iphone-Generation ein- und nicht abschaltet", meinte Sorrell vor den vornehmlich älteren Herren aus der Generation 50 Plus. Der Kommunikationsexperte empfahl: "Denken Sie wie ihre Kunden. Lassen Sie es zu, dass die jungen Leute zu Ihren Themen Zugang finden."

Wie weit das IOC davon entfernt ist, zeigte sich in Kopenhagen an der Praxis. Während über die digitale Revolution diskutiert wurde, waren Videokameras und Mikrofone auf den Fluren verboten, wo die Kongressteilnehmer wandelten.

Jugend stärker involvieren

Den Weg zu den jungen Leuten, die nebenan ihren Sport vorführen, fanden zudem nur die wenigsten Delegierten. "Wir reden über die Jugend. Das ist gut. Aber wir müssen sie viel stärker involvieren", forderte deshalb auch Ingo Weiss, Präsident der Deutschen Sportjugend (dsj).

"Diese drei Tage waren eine Art Brainstorming, dessen Wert sich erst in ein paar Jahren herausstellen wird, wenn einzelne Elemente umgesetzt werden", sagte Michael Vesper, Generaldirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb). Von einer guten Mischung der Themen sprach IOC-Mitglied Claudia Bokel: "Es wurde viel auf die Bedürfnisse der Athleten eingegangen."

Bedeutung verliehen der Veranstaltung prominente Redner wie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon. Er hatte den Sport aufgefordert, einen Beitrag z ur globalen Klimaproblematik zu finden. Dieses sei ein Rennen gegen die Zeit wie "ein Sprint bei Olympia".

© SID

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