Olympia IOC
Olympische Jugendspiele starten 2010 in Singapur

Die ersten Olympischen Jugendspiele im Jahr 2010 werden in Singapur ausgetragen. Mitbewerber Moskau ging leer aus.

Ein kleiner Stadtstaat in Südostasien schreibt Sportgeschichte und empfängt im Sommer 2010 die Nachwuchsathleten der Welt zu den 1. Olympischen Jugendspielen. "Das Internationale Olympische Komitee hat die Ehre, die ersten Sommerspiele der Jugend nach Singapur zu vergeben", sagte IOC-Präsident Jacques Rogge am Donnerstag am Ende einer per Internet übertragenen 15-minütigen Zeremonie aus dem Olympischen Museum Lausanne.

Mit 53:44-Stimmen hatten sich die IOC-Mitglieder per Briefwahl für das 4,5 Millionen Einwohner zählende Land und gegen Moskau ausgesprochen, das mit der Tradition seiner Jugend-Spartakiaden warb. Als Handicap erwies sich womöglich, dass Russland bereits mit Sotschi im Winter 2014 Gastgeber von Olympischen Spielen ist.

Rogge: "Singapur trägt jetzt eine große Verantwortung"

Rogge, von dem die Idee der Jugendspiele stammt, sprach von einem "Schlüsselmoment" der Olympischen Bewegung: "Singapur trägt jetzt eine große Verantwortung. Ich habe viel Vertrauen in das Organisationskomitee. Die Spiele sind eine Plattform, durch die junge Menschen olympische Werte näher gebracht werden." Ihre Einführung war erst vor siebeneinhalb Monaten auf der IOC-Session in Guatemala beschlossen worden.

IOC-Vize Thomas Bach wertete die Entscheidung für Singapur als richtungsweisend: "Die Wahl eines Landes, das die "großen Spiele" kaum ausrichten kann, ist ein klares Zeichen gegen Gigantismus." Zudem ziele die Vergabe in eine Region mit sehr junger Bevölkerung auf eine Gruppe, "die wir für die Olympische Bewegung gewinnen wollen".

Singapurs Premier Lee Hsien Loong, der die Übertragung aus Lausanne inmitten tausender Landsleute vor einer großen Leinwand im Zentrum verfolgte, sprach von einem "großen Tag" für Land und Region. "Zum ersten Mal wird das Olympische Feuer in Südostasien brennen."

IOC rechnet mit 3 200 Athleten

An den ersten Jugendspielen sollen 3 200 Athleten zwischen 14 und 18 Jahren in jenen 26 Sportarten teilnehmen, die auch auf dem Programm der Sommerspiele von London 2012 stehen. Die Spiele sollen vom 14. bis 26. August 2010 stattfinden und neben den Wettkämpfen breiten Raum für die Themen Olympische Erziehung, Kultur und Antidopingkampf bieten.

Singapur, das 2005 Gastgeber der 117. IOC-Session mit der Vergabe der Sommerspiele 2012 nach London war, plant mit einem Budget von 75,5 Mill. Dollar. Eigentlich hatte das IOC eine Obergrenze von 30 Mill. festgelegt, auch Sportstätten-Neubauten sollte es nicht geben.

Doch in Singapur sind nur 19 der 24 Sportanlagen vorhanden. Vier sollen temporär errichtet, ein Reitplatz neu angelegt werden. Das Olympische Dorf ist auf einem neuen Campus der Nationalen Universität geplant. Für Athleten und rund 800 Betreuer sind Anreise und Aufenthalt frei.

Aus Sicht von Bach bietet der Stadtstaat optimale Bedingungen: "Die Konzentration auf engem Raum ist ein Vorteil. Alle Teilnehmer können ohne weite Wege in die Bereiche Sport, Erziehung und Kultur eingebunden werden."

Das Wettkampfprogramm wird gerade von einer IOC-Arbeitsgruppe unter Leitung des Darmstädters Klaus Schormann zusammengestellt. "Es gibt ein vorläufiges Programm, das wir im April in Peking den Nationalen Olympischen Komitees vorlegen", sagte der Weltpräsident der Modernen Fünfkämpfer. Die endgültige Entscheidung trifft die IOC-Vollversammlung im August. Bis dahin muss auch geklärt sein, ob es Flaggen und Hymnen geben wird. "Sicher ist bislang nur, dass wir einen Einmarsch der Nationen haben."

Auch Debrecen, Posen, Turin und Athen waren im Rennen

Ursprünglich hatten sich neun Städte beworben, von denen Singapur und Moskau nach zwei Vorauswahlen ins Finale kamen. Kuala Lumpur (Malaysia), Debrecen (Ungarn), Posen und Guatemala City waren bereits im Dezember ausgeschieden. Athen, Bangkok und Turin wurden im Januar gestrichen.

Die Jugendspiele sollen alle zwei Jahre im Wechsel von Sommer und Winter stattfinden. Die Winter-Premiere ist für 2012 angesetzt. Bewerbungen können bis zum 6. März eingereicht werden.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%