Olympia IOC
Pyeongchang ist der IOC-Favorit für 2014

Südkorea hat derzeit die besten Karten, der Traum von Olympischen Winterspielen 2014 im Salzburger Land scheint dagegen fast ausgeträumt. Der einen Monat vor der Entscheidung durch die 119. Session des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) veröffentlichte Abschlussbericht der IOC-Evaluierungskommission bescheinigt den Österreichern zwar ein "exzellentes" technisches Konzept, das aber bei einer Zustimmung von nur 42 Prozent der Bevölkerung zum Muster ohne Wert wird.

45 Prozent der Salzburger sprachen sich in der IOC-Umfrage, die vom 27. November bis 19. Dezember 2006 durchgeführt wurde, gegen die Spiele aus. Die Mozart-Stadt bewirbt sich zum zweiten Mal nach 2010 um die Spiele, erneut mit dem Eiskanal am bayerischen Königssee. Ein erneutes Scheitern dürfte die Kandidatur Münchens für 2018 zur Folge haben.

Als Favorit für die Wahl am 4. Juli in Guatemala City gilt nun das südkoreanische Pyeongchang, dem zum ebenfalls "exzellenten" Konzept 91 Prozent Unterstützung bescheinigt wurde. Das südrussische Sotschi erhielt "sehr gute" Noten bei 79 Prozent Zustimmung seiner Einwohner.

Desaster für Salzburg

Während Bürgermeister Heinz Schaden den Report als "weiteren Schritt auf dem Weg zu den Spielen" ansah, bezeichneten IOC-Insider die Umfrage als Desaster für Salzburg. Zumal selbst im technischen Teil deutliche Skepsis der 13-köpfigen Kommission unter dem japanischen IOC-Vizepräsidenten Chiharu Igaya zu spüren ist: Man dürfe die notwendigen Sicherheitsvorkehrungen nicht unterschätzen, die Umsetzung der Quartierpläne erfordere "große Sorgfalt", heißt es.

Die landesweite Unterstützung für Salzburg ist laut IOC-Umfrage mit 61 Prozent zwar günstiger, aber auch noch deutlich schwächer als die für Pyeongchang (83 Prozent in Südkorea) und für Sotschi (Russland 80 Prozent). Pyeongchang wird im IOC-Bericht "Exzellenz" in allen Punkten ohne Abstriche attestiert. Auch für Sotschi enthält er dagegen einige Dämpfer im Hinblick auf Umweltschutz und Transport-Trassen. Die "ehrgeizigen" Vorhaben müssten genau eingehalten werden, das Zeitfenster sei eng angesichts der zahlreichen Neubauten, gewisse Zweifel gebe es hinsichtlich einer "olympischen Atmosphäre".

Alle elf Wettkampfstätten müssen in Sotschi neu gebaut werden, in Pyeongchang sind es sieben, in Salzburg vier. Jeder der Kandidaten bietet zwei Athletendörfer an. Die Entfernung zu den Wettkampfstätten soll für die Sportler überall maximal 30 Minuten betragen. Auch hier schneiden die Südkoreaner vorbildlich ab, 90 Prozent der Athleten können innerhalb von zehn Minuten am Start sein. Für Salzburg werden zwischen 15 und 30 Minuten angegeben, für Sotschi zwischen fünf und 16 Minuten. Die Investitionen in die Infrastruktur sind in Sotschi mit 8,8 Mrd. Dollar am größten. Pyeongchang plant 7,1 Mrd. ein, Salzburg nur 2,1 Mrd..

Sportpolitische Überlegungen dürften den Ausschlag geben

Der Abschlussbericht geht allen 115 IOC-Mitgliedern zu, bindet sie allerdings nicht. Letztlich dürften sportpolitische Überlegungen den Ausschlag geben. Pyeongchang, das für 2010 nur hauchdünn mit 53:56 an Vancouver gescheitert war, wirbt mit einem Wintersport-Boom für Asien, Sotschi mit einem neuen Wintersport-Mekka am Schwarzen Meer. Salzburg beruft sich auf seine große Tradition.

Österreichs Nationales Olympisches Komitee ÖOC hatte erst vor wenigen Tagen mit einer Säuberungswelle auf den Dopingskandal von Turin 2006 reagiert, nachdem sechs seiner Athleten vom IOC auf Lebenszeit gesperrt und das ÖOC mit einer Million Dollar Geldstrafe belegt worden war. Doch nun scheinen alle Anstrengungen vergeblich zu sein.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%