Olympia NOK: Drei deutsche Olympia-Betreuer von NOK gesperrt

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Drei deutsche Olympia-Betreuer von NOK gesperrt

Im Auftrag des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) wurden 162 Begleiter der deutschen Delegation überprüft. Konsequenz der Untersuchungen ist die Streichung von drei Trainern aus dem Aufgebot.

Nach einer Untersuchung der Birthler-Behörde im Auftrag des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) wurden drei Betreuer aus dem Aufgebot für die Olympischen Spiele gesperrt. Nach der Überprüfung von 162 Trainern, Betreuern und Offiziellen wurden im Rahmen einer Präsidiumssitzung am Mittwoch in München die Konsequenzen gezogen. Namen nannte das NOK jedoch nicht. NOK-Präsident Klaus Steinbach erklärte nur, es gebe "Überlegungen, für Ersatz zu sorgen." Im Gegensatz zu Athen 2004 war laut Steinbach "das Prozedere diesmal eindeutig verschärft" worden.

Nach Informationen der Tageszeitung "Die Welt" handelt es sich in einem der Fälle um den Paarlauf-Weltmeister von 1997, Ingo Steuer (39), der die Medaillenkandidaten Aljona Savchenko/Robin Szolkowy als Trainer begleiten sollte. Die Chemnitzer gelten nach Silber bei der Eiskunstlauf-EM in Lyon als Mitfavoriten. Steuer war am Nachmittag telefonisch nicht zu erreichen. Ebenfalls nicht nominiert wurden laut "Welt" Henry Glaß (52), Co-Trainer der deutschen Skispringer, und Biathlon-Bundestrainer Harald Böse (60).

Die Überprüfung der Behörde für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR hatte bei insgesamt neun Fällen personenbezogene Informationen aus den Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR übermittelt. Auf eine Überprüfung von Sportlern war in Übereinstimmung mit der Birthler-Behörde verzichtet worden.

"Sämtliche Betreuer haben wir nach dem Stasiunterlagengesetz überprüfen lassen, darüber hinaus haben wir alle persönlich aufgefordert, bei der Behörde die Auskunft persönlich einzuholen und uns danach über das Ergebnis zu unterrichten", sagte Steinbach. Über alle Nominierten habe man eine Mitteilung erhalten, entweder direkt oder von der Birthler-Behörde.

Bei sechs der neun Personen habe es keine Gründe gegen eine Nominierung gegeben, so Steinbach. Dies seien minderschwere Fälle gewesen. Bei den drei Personen, die als Informelle Mitarbeiter (IM) gelten, sei folgendermaßen vorgegangen worden: "Eine Person wurde vor 14 Tagen angehört, daraufhin ist sie vom Verband nicht mehr vorgeschlagen worden. Heute (Mittwoch) morgen gab es zwei Anhörungen der beiden anderen Personen in Berlin. Eine hat von sich aus darum gebeten, von einer Nominierung abzusehen, bei der dritten Person war die Empfehlung der Unabhängigen Stasi-Kommission eindeutig, sie nicht mitzunehmen. Das NOK-Präsidium ist dieser Empfehlung einstimmig gefolgt."

© SID

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