Olympia NOK
Steinbach stellt deutschem Olympia-Team hohe Hürde

Klaus Steinbach hat große Erwartungen an das deutschen Olympia-Team in Turin. Erklärtes Ziel sei der Kampf um Platz eins der Nationenwertung, sagte der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees im Interview.

Zum dritten Mal nach Sydney 2000 und Athen 2004 führt der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees (NOK), Klaus Steinbach, eine deutsche Mannschaft als Chef de Mission zu Olympia. Im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (sid) stellt Steinbach hohe Ansprüche an das deutsche Turin-Team.

sid: Mit welchen sportlichen Erwartungen gehen Sie nach Turin?

Klaus Steinbach: "Mit der Gewissheit, dass wir eine Supertruppe an den Start bringen, eine gute Mischung aus großer Erfahrung und jungen Aufsteigern, die uns in zahlreichen Wettbewerben begründete Medaillenchancen gibt. Natürlich wird es immer Überraschungen geben, positive wie negative. Aber wir haben in vielen Sportarten ein so breites Potenzial, dass da eigentlich immer einer aufs Treppchen durchkommen müsste."

sid: Erklärtes Ziel ist also wie 2002 der Kampf mit Norwegen um Platz eins der Nationenwertung?

Steinbach: "Ja, Salt Lake City ist der Maßstab. Das ergibt sich auch aus den 33 WM-Medaillen der letzten Saison im Wintersport, und vor allem aus den ehrgeizigen Ansprüchen unserer Athleten selbst. Gerade deshalb möchte ich aber auch unterstreichen, dass für uns als Mannschaftsführung nicht nur Podestplätze zählen."

sid: Zum ersten Mal gibt es drei Olympische Dörfer. Kann da überhaupt so etwas wie Teamgeist aufkommen?

Steinbach: "Ich denke schon, auch wenn man den Begriff nicht überstrapazieren soll. Durch die Technik ist heute die Kommunikation untereinander ja sehr erleichtert, da schwappt ein Erfolgserlebnis in Turin auch schnell in die Berge über, oder umgekehrt."

sid: Wo beziehen Sie selbst Station?

Steinbach: "In Turin, wegen der täglichen Sitzungen für alle Mannschaftsleiter und der engen Anbindung an das IOC. Natürlich werde ich alle Schauplätze besuchen, um unsere Truppen einzuschwören - soweit das überhaupt noch nötig ist."

sid: Vor einigen Monaten wurde Kritik aus den Fachverbänden an den Organisatoren wegen der schwierigen Infrastruktur in den Bergen laut. Wie bewerten Sie die Situation jetzt?

Steinbach: "Wir sind gut gerüstet und haben volles Vertrauen ins Toroc. Die Wintersportverbände wollten natürlich alle Athleten nahe der Wettkampfstätten unterbringen, das spricht ja nur für ihre Professionalität. Wir haben dieser Forderung entsprochen und damit, soweit eben möglich, optimale Rahmenbedingungen geschaffen."

sid: Wer trägt die deutsche Fahne zur Eröffnung?

Steinbach: "Das legen wir traditionell erst ein bis zwei Tage vorher zusammen mit den Mannschaftsführern der Fachverbände fest. Es kommt ja wahrscheinlich nur jemand in Frage, der nicht am nächsten Tag schon in den Wettkampf muss."

sid: Das spräche gegen Georg Hackl, der seine sechsten Spiele bestreitet...

Steinbach: "Das möchte ich nicht entscheiden. Dem Schorsch wünsche ich vor allem, dass er zuerst noch einmal aufs Treppchen fährt und dann als Athletenvertreter ins IOC gewählt wird. Bei seiner Kandidatur werden wir ihn natürlich unterstützen, soweit es die IOC-Charta erlaubt."

© SID

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