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IOC-Präsident Rogge feiert 65. Geburtstag

Der Belgier Jacques Rogge feiert heute seinen 65. Geburtstag. Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) steht dem Gremium seit 2001 vor. "Rogges Verdienste sind enorm", erklärte IOC-Vize Thomas Bach.

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Jacques Rogge, feiert heute im belgischen Gent ganz privat im Kreise der Familie seinen 65. Geburtstag. Das schönste Geschenk erreichte Rogge allerdings schon sechs Tage vor seinem persönlichen Feiertag: In Peking stimmte die Exekutive einmütig dem Vorschlag des IOC-Präsidenten zu, ab 2010 Olympische Spiele der Jugend auszurichten.

Niemand unter den 14 anderen Mitgliedern des Führungsgremiums mochte sich trotz mancher Bedenken dem Herzenswunsch des Belgiers verweigern, der mit dieser Initiative sein Lebenswerk für die olympische Bewegung krönen und Sportgeschichte schreiben will. Die Wettbewerbe für 14- bis 18-Jährige sollen Ideale wie Freundschaft und Fairplay weit stärker in den Vordergrund rücken als es bei den "richtigen" Spielen möglich ist.

Bach wünscht "Kraft und Gesundheit"

"Ich wünsche ihm viel Kraft und gute Gesundheit auf seinem weiteren Weg bis 2013", meinte IOC-Vize Thomas Bach und nahm damit indirekt auch Bezug auf Spekulationen um die Amtsdauer des Präsidenten.

Für Insider gibt es keinen Zweifel mehr, dass sich der 2001 an die Spitze gewählte frühere Olympiasegler 2009 eine Kandidatur für weitere vier Jahre vorgenommen hat, auch wenn er die Entscheidung erst nach Peking 2008 verkünden will. Wer sonst als er selbst sollte die I. Olympischen Spiele der Jugend 2010 eröffnen?

Rogge konsequent

Dass der Kampf um Gold und Prestige - und damit auch schon um das große Geld - ein Spiel mit dem Feuer ist, diesen Vorbehalten wollte sich Rogge nicht beugen. Wieder einmal ließ er sich nicht von seiner Linie abbringen.

Sein Durchsetzungsvermögen hat der vielfach als "Idealist" unterschätzte Flame wiederholt unter Beweis gestellt. Im Machtkampf mit den um die Samaranch-Nachfolge unterlegenen Konkurrenten Dick Pound (Kanada) und Kim Un-Yong (Südkorea) setzte er sich konsequent durch.

Auch bei der Umgestaltung der IOC-Zentrale mit einem neuen Generaldirektor scheute sich der gelernte Orthopäde nicht vor schnellen Einschnitten. Die Bereiche Marketing und TV-Verträge erklärte er zur Chefsache, die IOC-Finanzen sind so gesund wie nie zuvor.

Reform der Sommerspiele verweigert

Auf anderen Feldern gab es Rückschläge. Bei der angekündigten Reform der Sommerspiele wirkte er wie der Zauberlehrling, dem der Geist aus der Flasche entwichen ist. Am Ende verweigerte ihm die Session die Gefolgschaft, nicht eine einzige neue Sportart wurde zugelassen. Doch der bekennende Demokrat geht derartige Risiken bewusst ein, auch wenn sich mancher mehr "Richtlinienkompetenz" wünscht.

Das ändert nichts an seinem hohen Ansehen unter den meisten IOC-Mitgliedern. Sein Auftreten ist von Offenheit und persönlicher Bescheidenheit geprägt, sein Arbeitspensum gewaltig, das positive Image der olympischen Bewegung zum Großteil seinem Einsatz zu verdanken.

"Rogges Verdienste sind enorm"

"Rogges Verdienste um das IOC sind enorm", sagt Bach und nennt vor allem dessen unermüdliches Engagement im Kampf gegen Doping: "Die Zusammenarbeit ist eine Freude." Beide waren 1991 gemeinsam ins IOC gekommen und lernten sich als Exekutivmitglieder (Bach seit 1996, Rogge seit 1997) schätzen. Der Bestechungsskandal um Salt Lake City schweißte sie noch mehr zusammen. Seither wissen beide, dass sie sich aufeinander verlassen können.

© SID

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