Olympia Peking
Auftakt mit vier heißen Eisen im olympischen Feuer

Vier deutsche Sieganwärter sind am Auftaktwochenende der Spiele in Peking im Einsatz. Sonja Pfeilschifter, Stefan Schumacher, Judith Arndt und Hanka Kupfernagel greifen nach Gold.

Vier Trümpfe könnten Deutschlands Olympiateam beim Auftakt-Wochenende von Peking den goldenen Start bescheren. Am Samstag will Sonja Pfeilschifter mit ihrem Gewehr endlich ins Schwarze treffen und Radprofi Stefan Schumacher wie bei der Tour de France im Zeitfahren siegen. Am Sonntag tragen Judith Arndt und die zuletzt nicht ganz fitte Hanka Kupfernagel die Hoffnungen im Zeitfahren. Mitfavorit im Trapschießen ist Karsten Bindrich (Eußenhausen), der mit Weltrekord Europameister wurde.

"Sonja ist reif wie ein Apfel"

Als erste Hoffnung steht Sonja Pfeilschifter am Samstag bereits um 02.30 Uhr deutscher Zeit (08.30 Mesz) auf dem Schießstand. Nach drei vergeblichen Anläufen zu Olympia-Medaillen hält sich die 37-Jährige trotz Siegen in den vier letzten vorolympischen Weltcups und neuem Weltrekord zurück. "Sonja ist reif für die Medaille, reif wie ein Apfel", sagt Sportdirektor Heiner Gabelmann vom Deutschen Schützenbund (DSB).

"Wenn meine Form hält, kann ich um eine Medaille fahren", sagt Mitfavorit Schumacher, der bei der Tour beide Zeitfahren gewann und zwei Tage im Gelben Trikot fuhr. "Schumi kann Gold holen", sagt Eric Zabel, doch der WM-Dritte warnt: "Ich bin kein Freund von Temperaturen um die 40 Grad. Viel hängt davon ab, wie ich mit dem Klima zurechtkomme." Sollte es zu einem Sprintrennen kommen, hätte auch Gerald Ciolek (Pulheim) seine Chance.

Gleich zwei Trümpfe hat das deutsche Olympiateam am Sonntag im Straßenrennen der Frauen. Zuletzt war die Olympiazweite und Weltcupführende Judith Arndt stärker als Zeitfahr-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel, die von einem Infekt geschwächt war.

Auf Medaillen hoffen am Samstag auch Judo-Floh Michaela Baschin (Backnang) in der 48-Kilo-Klasse und am Sonntag die Turmspringerinnen Heike Fischer/Ditte Kotzian (Leipzig/Berlin) im Synchronspringen vom 3-m-Brett.

Hambüchen starten in den Mehrkampf

Den Grundstein zu Edelmetall wollen am Samstag Reck-Weltmeister Fabian Hambüchen (Niedergirmes) im Mehrkampf der Turner und die Vielseitigkeitsreiter in der Dressur legen. Die Fußball-Weltmeisterinnen planen nach dem torlosen Auftakt gegen Brasilien einen Sieg gegen Nigeria. Am Sonntag startet der sechsfache Athen-Olympiasieger Michael Phelps (USA) seine Jagd auf acht Goldmedaillen, Schwimmerin Britta Steffen (Berlin) geht mit der 4x100-m-Staffel ins Wasser.

"Ein guter Auftakt wäre in der Tat Gold wert", sagt Bernhard Schwank, Sportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (Dosb), der mit dem 435 Athleten starken Team die Bilanz von Olympia 2004 in Athen erreichbar sieht. Beim Triumph der USA (35) vor China (32) und Russland (27) hatte das deutsche Team bei Rang sechs 13 Siege, 16 Silber- und 20 Bronzemedaillen gefeiert.

"Wir wollen den seit 1992 feststellbaren Abwärtstrend umkehren", hofft Dosb-Generaldirektor Michael Vesper, in Peking erstmals Chef de Mission der deutschen Olympiamannschaft. Dies könnte gelingen, wenn viele Blüten reifen in einem Team, das von der Papierform her gut 20 Chancen auf Gold und über 60 weitere Kandidaten auf Medaillen in seinen Reihen hat.

Deutschland baut vor allem auf "Goldbänke" bei den Kanuten, die 2004 bereits viermal siegten, den Reitern, die ebenfalls ein Quartett an Favoriten präsentieren, den Schützen (3), Fechtern und Radsportlern (je 2). In acht anderen Disziplinen gibt es jeweils einen Goldkandidaten. Die Leichtathleten haben zwar das größte Team (60), drohen jedoch, wie 2004 in Athen leer auszugehen.

© SID

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%