Olympia Peking
Bach unterstreicht Meinungsfreiheit der Sportler

IOC-Vize Thomas Bach hat erneut die Meinungsfreiheit der Sportler bei den Sommerspielen von Peking betont. Zur Kritik von Peter Danckert fand der Dosb-Präsident deutliche Worte.

Für IOC-Vize und Dosb-Präsident Thomas Bach führt an der Meinungsfreiheit der Sportler bei den Sommerspielen von Peking kein Weg vorbei. Die Vorwürfe des Sportausschuss-Vorsitzenden Peter Danckert an einem "voreiligen" Teilnahmebeschluss wies Bach gleichzeitig zurück.

In einem offenen Brief und in scharfer Form reagierte Bach auf die Kritik des SPD-Politikers in einem FAZ-Interview an der China-Haltung von Internationalem Olympischen Komitee (IOC) und Deutschem Olympischen Sportbund (Dosb).

Meinungsfreiheit "in persönlichen Statements, Interviews oder Diskussionen"

Bach verteidigte ausdrücklich die IOC-Charta. Sie garantiere die Meinungsfreiheit aller Athleten bei den Spielen "in persönlichen Statements, Interviews oder Diskussionen". Untersagt seien lediglich politische oder religiöse Demonstrationen bei Wettkämpfen oder Zeremonien, um die Spiele nicht für eine Vielzahl weltweiter Konflikte zu missbrauchen. Der gewählte Aktivensprecher Christian Breuer werde als Mitglied des Dosb-Präsidiums diese Fragen mit den interessierten Sportlern erörtern.

Es gehöre schon "eine gewisse Chuzpe" (Dreistigkeit, d.R.) dazu, Sportausschuss-Reisen nach Peking anzukündigen, gleichzeitig aber den Teilnahmebeschluss des Dosb als "voreilig und überflüssig" zu bezeichnen, schrieb Bach. Danckert hatte Besuche des Gremiums bei den Sommerspielen und den Paralympics damit begründet, man wolle dort die Möglichkeit nutzen, sich gegenüber Journalisten und Öffentlichkeit äußern zu können.

Situation in China "nicht zufriedenstellend"

Auch die Behauptung, der Dosb agiere im "politikfreien Raum", entbehre jeder Grundlage, erklärte Bach unter Verweis auf die Aussagen des Dachverbandes "zur nicht zufriedenstellenden Situation der Menschenrechte in China". Dies habe die Dosb-Führung auch in Gesprächen mit dem Präsidenten des chinesischen NOK und dem Botschafter Chinas in Deutschland deutlich gemacht. Entsprechende Initiativen des Sportausschuss-Vorsitzenden fehlten dagegen bisher.

Als "schlichtweg niveaulos" bezeichnete Bach schließlich die Unterstellung Danckerts, der Fecht-Olympiasieger würde womöglich aus "sehr privaten Gründen" am olympischen Fackellauf in China teilnehmen. Der IOC-Vize flog am Freitag zum Gipfeltreffen der olympischen Familie, die am Sonntag für eine Woche in Peking tagt.

Tröger: China-Diskussion "langsam pathologisch"

Zuvor hatte bereits IOC-Mitglied Walther Tröger die China-Diskussion gegenüber dem sid als "langsam pathologisch" (krankhaft, d.R.) bezeichnet. Er könne sich nur noch wundern, wie jeder Versuch sachlicher Klarstellung umgedeutet werde, sagte der 79-Jährige dem sid.

Er habe keinem Athleten gedroht, sondern in mehreren Interviews nur die IOC-Regeln zitiert und gleichzeitig unterstrichen, dass niemand wegen politischer Äußerungen seine Medaille verlieren werde. Das aber sei von den Kritikern kaum registriert worden. Stattdessen seien Aussagen aus dem Zusammenhang gerissen und umgedeutet worden. Dies schade dem Sport, der Olympischen Bewegung und der Glaubwürdigkeit der Medien gleichermaßen.

© SID

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