Olympia Peking
China lässt es bei Olympia-Eröffnungsfeier krachen

Zum Ende einer der letzten Proben der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking gab ein riesiges Feuerwerk bereits einen Vorgeschmack auf die gigantische Show am Freitag.

Bereits vor Beginn der Olympischen Spiele ließen es die chinesischen Gastgeber mächtig krachen. Fast 90 000 Auserwählte konnten bei einer der letzten Proben für die Eröffnungsfeier das extravagante dreieinhalbstündige Spektakel bestaunen. Gäste der Probe waren chinesische Arbeiter, die in die Olympia-Vorbereitungen einbezogen sowie deren Familien. Das riesige Feuerwerk zum Abschluss war sogar von Weitem zu bewundern.

Der Blick der Organisatoren geht derzeit jedoch aus einem anderen Grund Richtung Himmel. Die Meteorologen befürchten, die Feier selbst könnte zu einer feuchten Angelegenheit mit natürlichem Blitz und Donner werden. Das sagte Wang Jianjie, stellvertretende Leiterin des meteorologischen Instituts von Peking, am Sonntag. Eine genaue Vorhersage für den Olympia-Auftakt werde es aber frühestens Mittwoch geben.

Nach den Berechnungen der Meteorologen liegt die Regenwahrscheinlichkeit für die Eröffnung bei 41 Prozent. "Wir schließen Dauerregen aus, aber zeitweilige Schauer sind möglich", erklärte Wang.

Zuschauer zur Verschwiegenheit verpflichtet

Zur Probe waren auch einige Journalisten zugelassen, diese mussten aber im Vorfeld versichern, vor Freitag nichts über die gigantische Show zu verraten. Der chinesische Regisseur Zhang Yimou hat drei Jahre an dem Projekt gearbeitet, alle seine Mitarbeiter mussten sich vertraglich zur Verschwiegenheit verpflichten.

Ein kleiner Teil der Zeremonie wurde allerdings schon am Donnerstag öffentlich, weil sich ein südkoreanischer Kameramann bei einer Probe ins Stadion eingeschlichen hatte und die Bilder später im privaten TV-Sender Seoul Broadcasting System (SBS) gezeigt wurden. Darin waren hunderte Männer zu erkennen, die ihre Kampfkünste vorführten, tanzten oder trommelten.

Auch eine große Erdkugel in der Mitte des Stadions war zu sehen. Mit blauem Licht wurden Wale ans Tribünendach projiziert. Die Generalprobe für die größte Show in Chinas Geschichte findet in den kommenden Tagen statt.

90 000 Stadionbesucher und vier Mrd. Fernsehzuschauer erwartet

"Es war sehr schön und groß. Es zeigt viel der chinesischen Geschichte", sagte Wu Yu Pu, der Zeuge der Show war. Zur Eröffnungsfeier selbst werden im Olympiastadion, das wegen seiner außergewöhnlichen Architektur "Vogelnest" getauft wurde, alle 90 000 Plätze belegt sein. Darüber hinaus wird weltweit mit vier Mrd. Fernsehzuschauer gerechnet.

Vor Ort sind zahlreiche Staats- und Regierungschefs, unter anderem US-Präsident George W. Bush, Frankreichs Nicolas Sarkozy als EU-Ratspräsident und Russlands Ministerpräsident Wladimir Putin. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler planten von Beginn an keinen Besuch der Sommerspiele, dagegen hat sich Ex-Kanzler Gerhard Schröder angekündigt.

Spielberg legte Beratertätigkeit für Feier nieder

Involviert in die Eröffnungsfeier war zunächst auch der bekannte US-Filmproduzent Steven Spielberg. Er hatte seine Beratertätigkeit für die Zeremonien der Sommerspiele von Peking allerdings im Februar niedergelegt. Als Begründung nannte der Hollywood-Star die Unterstützung Chinas für das Regime im Sudan an, das in der Provinz Darfur seit Jahren einen Vernichtungsfeldzug gegen die dortige Bevölkerung betreibt.

© SID

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