Olympia Peking
Farbenfrohes Spektakel im "Vogelnest"

90 000 Zuschauer im Stadion und Mrd. an den Fernsehschirmen auf der ganzen Welt werden am Freitag die Eröffnung der Olympischen Sommerspiele in Peking beobachten.

Mit einem leuchtend bunten Spektakel zwischen uralter Geschichte und moderner Zeit heißt China am Freitag die Welt zu den Olympischen Spielen willkommen. 90 000 Menschen im eindrucksvollen "Vogelnest" und Mrd. vor den Fernsehgeräten schauen am 8.8.2008 um acht Uhr abends Ortszeit (14.08 Uhr Mesz) nach Peking, wo nach sieben Jahren Vorbereitung, Diskussionen, Kritik und Lob die ersten Sommerspiele auf chinesischem Boden eröffnet werden.

15 000 Knallkörper im Stadion und 14 000 drumherum sollen das Ursprungsland des Feuerwerks vor allem Illuminationen von Drachen, lachenden Gesichtern oder auch den Olympischen Ringen als High-Tech-Nation erstrahlen lassen.

Farbenprächtiges Spektakel im und um das Stadion

Kreativ, bunt, vibrierend wird die Show, versprechen die Organisatoren, mit vielen Farben und kreativen Elementen. "Es wird äußerst farbenprächtig, das Feuerwerk dient fast während der gesamten Eröffnung als Untermalung", erklärte der im Bocog für die Zeremonie zuständige Direktor Zhang Heping. Auch weit außerhalb des Olympiastadions wird die leuchtende Pracht zu sehen sein, unzählige Schaulustige werden auf Straßen und Plätzen Pekings erwartet.

Dreieinhalb Stunden dauert die Feier, aus dem Höhepunkt macht China selbstverständlich ein Staatsgeheimnis: Wer als letzter Fackelträger das olympische Feuer entzündet, bleibt bis zur letzten Sekunde geheim. Rund zwei Stunden wird der Einmarsch der 205 Nationen dauern, Deutschland kommt auf Grundlage des vereinfachten chinesischen Alphabets mit Fahnenträger Dirk Nowitzki an 198. Stelle. Zuerst zieht traditionell die griechische Mannschaft ein, gefolgt von Guinea, ganz am Ende kommt wie immer der Gastgeber.

15 000 professionelle Künstler, Studenten und Angehörige des Militärs sind Darsteller der gigantischen Show, internationales Flair bringt die britische Sopranistin Sarah Brightman, die gemeinsam mit dem Chinesen Liu Huan die Uraufführung eines eigens komponierten Themensongs gibt.

Prominente Staatsgäste aus aller Welt

Dreimal und zuletzt am Dienstag haben die Chinesen im Stadion geprobt, die Requisiten sind in der Arena geblieben und stehen schon bereit. Die Ehrenloge ist trotz aller Boykottdrohungen prominent besetzt. US-Präsident George W. Bush kommt ebenso wie Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy und der russische Ministerpräsident Wladimir Putin. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundespräsident Horst Köhler bleiben wie lange geplant fern, dafür kommt Ex-Kanzler Gerhard Schröder, wenn Chinas Staatspräsident Hu Jintao die Eröffnungsformel spricht.

Sportler, die bei der Eröffnung politisch demonstrieren, hoffen die Organisatoren nicht zu sehen. "Wenn irgendetwas gezeigt wird oder Losungen skandiert werden, würde das gegen die Olympische Charta und den olympischen Geist verstoßen. Ich glaube schon, dass wir dann Maßnahmen ergreifen", sagt Zhang Heping.

Notfallpläne für Regenwetter liegen bereit

Ein paar Sorgen bereitet auch das Wetter. "So weit wir wissen, wird es keine starken Niederschläge geben, aber vielleicht Nieselregen. Aber das haben wir bei den ganzen Vorbereitungen als Möglichkeit in Betracht gezogen und sehr detaillierte Notfallpläne ausgearbeitet", so Zhang Heping. Möglicherweise müsse man Teile der Luftakrobatik reduzieren.

Von dem, was kommt, waren sogar schon ein paar Bilder zu sehen - heimlich gefilmt von einem südkoreanischen Kameramann bei einer der Proben: Hunderte Männer zeigen ihre Kampfkünste, tanzen oder trommeln. Auch war eine große Erdkugel in der Mitte des Stadions zu sehen. Mit blauem Licht wurden Wale ans Tribünendach projiziert. Regisseur des Ganzen ist Zhang Yimou, der 1998 schon Turandot in der Verbotenen Stadt inszeniert hat.

Auch ein Deutscher ist an der Inszenierung beteiligt: Der Düsseldorfer Multimediakünstler Andree Verleger produziert Teile der Ouvertüre. Involviert in die Eröffnungsfeier war zunächst auch Hollywood-Regisseur Steven Spielberg. Er hatte seine Beratertätigkeit für die Zeremonien der Sommerspiele von Peking allerdings im Februar wegen Chinas Unterstützung für das Regime im Sudan niedergelegt.

© SID

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