Olympia Peking
Im Vogelnest schlägt das Herz Olympias

Im neuen Pekinger Nationalstadion, dem Vogelnest, finden Eröffnungs- und Schlussfeier der Olympischen Spiele statt. Auch werden dort ein Sechstel der 302 Goldmedaillen vergeben.

Das Herz der Olympischen Sommerspiele in Peking schlägt in einem Vogelnest. "Birds Nest" haben die Pekinger ihr neues, gigantisch wirkendes Nationalstadion getauft, in dem Eröffnungs- und Schlussfeier stattfinden sowie fast ein Sechstel der 302 Goldmedaillen vergeben werden. Mit Kosten von geschätzten 325 Mill. Euro war es auch die teuerste der insgesamt 38 Olympia-Sportstätten. 31 davon befinden sich in der chinesischen Hauptstadt, die anderen in Hongkong (Reiten/zwei), Qingdao (Segeln), Shanghai, Shenyang, Tianjin und Qinhuangdao (alle Fußball).

91 000 Zuschauer finden Platz

Nur 3,1 Kilometer vom Olympischen Dorf entfernt, bildet das 91 000 Zuschauer fassende Stadion das Kernstück des über 1 100 Hektar großen olympischen Grüns mit seinen elf Sportstätten im Chaoyang Distrikt Nord-Pekings. Die von außen einem Vogelnest gleichende Arena ist zusammen mit dem Aquatics Center, dem Wasserwürfel nebenan, in dem die Schwimm-Wettbewerbe ausgetragen werden, auch die architektonische Meisterleistung der Spiele. "Viele Menschen sind von der Außenwirkung beeindruckt. Aber den wahren Charme spürst du erst drinnen", sagt Li Xinggang, einer der verantwortlichen Architekten.

Das Aquatic-Center besticht durch außergewöhnliche Optik und Technik. Die hellblaue Fassade erweckt den Eindruck von sprudelndem Wasser. Das Material ist so beschaffen, dass eine Reinigung allein durch Regenwasser erfolgt und Verunreinigungen beispielsweise durch Vogelmist ausgeschlossen sind. Es kostete geschätzte 100 Mill. Euro und ist mit 17 000 Plätzen eine der größten Schwimmhallen der Welt.

Die Gesamtkosten für die Sportstätten lagen nach Angaben des Pekinger Organisationskomitees Bocog im Bereich von rund 1,16 Mrd. Euro, doch genaue Übersichten gibt es nicht. Den Gesamtetat für Olympia gibt das Bocog mit rund 1,4 Mrd. Euro an, wobei Infrastrukturkosten wie für Straßen oder Neubauten am Flughafen nicht enthalten sind.

Olympisches Dorf öffnet am 27. Juli

Das am 27. Juli öffnende "grüne" Olympische Dorf auf 66 Hektar besteht aus 42 neugebauten sechs- und neunstöckigen Appartmenthäusern. 16 000 Sportler und Offizielle sollen hier während der Spiele wohnen. Beim Bau wurden Energiespareinrichtungen sowie moderne Wasseraufbereitungsanlagen implementiert. So sollen 60 Prozent der ansonsten nötigen Energie eingespart werden.

Von einem Amphitheater bis hin zu Disko, Schwimmbecken und einem Unterhaltungs-Center mit Videospiel-Raum - den Athleten werden eine Menge Annehmlichkeiten geboten. Weitere kleinere Olympische Dörfer gibt es in Quingdao, wo die Segler ihre Boote zu Wasser lassen, und in Hongkong, wo die Reiterspiele stattfinden.

Mindestens sechs Arbeiter sind bei der Errichtung der Olympiabauten, die im Oktober 2003 begonnen hatten, und der Fertigstellung des Vogelnestes im Mai 2008 ums Leben gekommen. Diese Zahl hatte das Bocog bereits Anfang des Jahres bestätigt. In Medienberichten war sogar von mindestens zehn Toten die Rede.

Nach den Spielen soll das Olympia-Grün mit dem sich anschließenden Olympia-Wald die Grüne Lunge Pekings bilden. Das Olympische Dorf wird im Anschluss an die Paralympics im September zum Wohnraum für die Einheimischen. Die Häuser werden auf dem freien Markt verkauft. Der Marktpreis pro Quadratmeter beläuft sich auf rund 1 800 Euro, 50 Prozent mehr als üblich in der Metropole.

Vogelnest beheimatet nach Olympia Fußball-Klub Guoan

Der Wasserwürfel wird auf eine Zuschauerkapazität von 6 000 zurückgebaut und zum nationalen Schwimmzentrum umfunktioniert, das Vogelnest zur Heimat des Fußball-Klubs Guoan. Die Namensrechte an der Arena, deren jährlicher Unterhalt mit bis zu 4,6 Mill. Euro angegeben ist, werden veräußert, um einen Teil der laufenden Kosten zu decken.

© SID

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