Olympia Peking
Lob und Stolz: China feiert sich selbst

Nach der perfekt organisierten Eröffnungsfeier läuft für Gastgeber China bei Olympia auch sportlich alles nach Plan. China liegt mit fünfmal Gold im Medaillenspiegel vorn.

Fünfmal Gold, eine grandiose Eröffnung, viel Lob und noch mehr Stolz: Das Land der Mitte steht Kopf und feiert sich nach einem spektakulären Auftakt selbst. "China wird diesen Moment nie vergessen, wir haben der ganzen Welt gezeigt, was wir an Kultur, Geschichte und Technologie zu bieten haben", schwärmte die Zeitung China Daily.

Es fielen allerdings auch erste Schatten auf die Spiele: Der Krieg im Kaukasus zwischen den Olympia-Teilnehmern Russland und Georgien, die tödliche Messer-Attacke auf einen amerikanischen Olympia-Touristen mitten in Peking und zwei Terroranschläge in der Provinz Xinjiang mit insgesamt 24 Toten in der Woche vor der spektakulären Eröffnungsfeier.

Auf dem Weg zur Nummer eins der Nationen

Sportlich hat Chinas langer Marsch an die Spitze der Nationen optimal begonnen. Gewichtheberin Xiexia Chen sorgte am Samstag für einen goldenen Auftakt. Wei Pang und Wenjun Guo sicherten sich am Schießstand jeweils den Olympiasieg, die Synchronspringerinnen Jingjing Guo und Minxia Wu sowie Judoka Dongmei Xian schraubten die grandiose Auftaktbilanz auf fünfmal Gold. Damit lag China im Medaillenspiegel vorn.

Ziel der Gastgeber ist es, mehr als 32 Goldmedaillen zu holen, mit denen China vor vier Jahren in Athen den zweiten Platz hinter den USA (35) belegten. Um diesen Traum zu verwirklichen, schicken die Asiaten das Rekord-Aufgebot von 639 Athleten an den Start.

Der Stolz der chinesischen Bevölkerung auf die Spiele und die eigene Mannschaft ist überall deutlich sichtbar. Vor jedem großen Bildschirm stehen sie, wenn einer ihrer Landsleute im Einsatz ist. Fans und freiwillige Helfer zittern und leiden mit. Sie lachen, klatschten begeistert in die Hände und freuen sich einfach nur, falls es ein goldenes Happy End gibt.

"China in den Mittelpunkt des Universums gerückt"

"Die Welt sieht den Enthusiasmus Chinas für die Spiele", meinte Bocog-Vizepräsident Wei Wang. Überall spüre man die Freundschaft mit den Völkern der Welt, sagte er und schwärmte von der Eröffnung: "Wir hätten keine besseres Bild von China vermitteln können." Selbst in Taiwan gab es viel Lob. "Olympia hat China zum ersten Mal in seiner 5 000-jährigen Geschichte in den Mittelpunkt des Universums gerückt", schrieb die Zeitung "Lianhebao".

Als Gewichtheberin Xiexia Chen am Samstag mit dem ersten Gold um den Hals auf dem Siegerpodest stand, gab es kein Halten mehr: Mehr als 6 000 Chinesen sangen die Nationalhymne, während die Heldin die Nationalflagge stolz um die Schultern legte und glücklich lächelte.

© SID

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