Olympia Peking
Olympisches Feuer kann Rogge nicht erfreuen

Für den IOC-Präsidenten Jacques Rogge ist der olympische Fackellauf, der in Paris und London von vielen Protesten immer wieder gestört wurde, bislang "kein freudiges Ereignis".

Die Vorfreude auf die Olympischen Spiele in Peking hat bei Jacques Rogge einen kleinen Dämpfer erhalten. Der IOC-Präsident bedauerte am Donnerstag in Peking, dass der olympische Fackellauf bisher nicht das gewünschte "freudige Ereignis" gewesen sei. Zugleich zeigte er sich erleichtert über die Situation am Mittwoch in San Francisco. "Sie war glücklicherweise besser. Aber wir sind traurig über das, was wir in London und Paris gesehen haben", sagte Rogge bei einer gemeinsamen Sitzung von IOC-Exekutive und Generalversammlung der Nationalen Olympischen Komitees (Anoc).

In der kalifornischen Metropole war die Route kurzfristig geändert worden, nachdem Demonstranten Teile der ursprünglich vorgesehenen Strecke geblockt hatten. Angriffe auf die Fackel wie in Paris und London waren durch die Umleitung verhindert worden.

Rogge schließt Abbruch der Tour weiterhin aus

"Ich nehme mit großer Freude zur Kenntnis, dass in San Francisco nichts passiert ist", meinte IOC-Vize Thomas Bach. Und Klaus Schormann, Welt-Präsident der Modernen Fünkämpfer, sagte: "Das Versteckspiel ist in Ordnung, wenn man sieht, wie aggressiv die Fackel bisher angegangen wurde."

Rogge versicherte noch einmal, dass der Abbruch der weltweiten Tour des Fackellaufs nicht zur Diskussion stehe und Entscheidungen über künftige Läufe erst im Herbst zu erwarten sind. "Wie es weitergeht, können wir nicht in der Hitze des Gefechts festlegen."

Rogge: "Das ist eine Krise, keine Frage"

Rogge gestand zudem ein, dass sich das IOC momentan in einer Krise befindet: "Das ist eine Krise, keine Frage. Aber das IOC hat schon viel stärkeren Stürmen widerstanden". Damit verwies Rogge auf 1972 in München als Tiefpunkt sowie die Boykottjahre 1976, 1980 und 1984. Die derzeit in der Olympia-Gastgeberstadt versammelten 205 Nationalen Olympischen Komitees sollten nach Hause fahren und ihren Athleten versichern, dass sie sich auf gut organisierte Spiele freuen können: "Sagen Sie ihnen, dass wir uns von der Krise erholen werden. Sagen Sie ihnen, sie sollen mit gutem Beispiel vorangehen und die Welt wird ihnen dabei zuschauen", rief Rogge den Delegierten am Ende ihrer Zusammenkunft zu.

© SID

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