Olympia Peking
Weltweite Proteste gegen chinesische Regierung

Am Tag der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele in Peking hat es weltweit Aktionen und Kundgebungen gegen die chinesische Regierung gegeben.

Das Olympische Feuer brennt in Peking, doch die Proteste gegen die chinesische Regierung reißen nicht ab: Weltweit gab es am Tag der Eröffnungsfeier am Freitag zahlreiche Aktionen und Kundgebungen, die größtenteils friedlich verliefen. Zu schweren Krawallen mit der Polizei kam es in Nepals Hauptstadt Kathmandu. Dort wurden mindestens 1 400 Exil-Tibeter verhaftet.

Der Organisation Reporter ohne Grenzen (RSF) gelang es, kurzfristig einen Piratensender in Peking einzurichten. "Wir sind in Peking mit einer mobilen Radiostation unterwegs gewesen, heute Morgen lokaler Zeit um 8.08 Uhr, und haben dort 20 Minuten lang Beiträge gesendet, zu Presse- und Meinungsfreiheit", sagte die RSF-Deutschland-Geschäftsführerin Elke Schäfter dem Fernsehsender n-tv.

Die Sendung war angeblich in mehreren Vierteln der chinesischen Hauptstadt zu hören. "Wir wollen keine Olympischen Spiele, sondern Menschenrechte", sagte die Stimme zunächst auf Mandarin-Chinesisch und danach auf Französich. Insgesamt soll die "Störung" etwa zehn Minuten gedauert haben.

In Berlin demonstrierten einige Dutzend RSF-Mitglieder vor der chinesischen Botschaft, ebenso in Paris und Brüssel. In einem Brief an Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso forderten die Reporter ohne Grenzen die EU auf, mit dazu beizutragen, den von China ausgeübten Druck auf Tibet zu verringern und für die Wahrung der Menschenrechte zu sorgen.

Weitere Schauplätze mit jeweils mehreren Hundert Demonstranten waren London und Amsterdam. Proteste gab es auch in Wien. Meldungen über Ausschreitungen lagen nicht vor.

In der türkischen Hauptstadt Ankara versuchte sich ein Demonstrant vor der chinesischen Botschaft selbst anzuzünden. Dort demonstrierten rund 300 Menschen, die meisten von ihnen Uiguren, eine von der chinesischen Regierung unterdrückte muslimische Minderheit.

In der indischen Hauptstadt Neu Delhi wollten tibetische Mönche in die chinesische Botschaft eindringen, sie wurden aber vor dem Gebäude von der Polizei abgefangen. An der Aktion beteiligten sich nach Polizeiangaben etwa 150 Mönche. Sie wurden alle in Gewahrsam genommen.

© SID

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