Olympia Sportpolitik
Brief soll Münchner Bewerbung zu Fall bringen

Die Münchner Olympiabewerbung bleibt weiter problematisch. 59 Garmischer Grundbesitzer haben IOC-Präsident Rogge in einem Brief mitgeteilt, ihr Land nicht abtreten zu wollen.

Durch Intervention beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) wollen 59 Garmischer Grundbesitzer die deutsche Olympiabewerbung für die Winterspiele 2018 zu Fall bringen. Die Mandanten des Münchner Rechtsanwaltes Ludwig Seitz teilten IOC-Präsident Jacques Rogge 19 Tage vor der geplanten Abgabe des Münchner Bid Books am IOC-Sitz Lausanne (11. Januar) mit, sie würden ihren Grundbesitz nicht für die Winterspiele 2018 zur Verfügung stellen.

"Die Funktionsfähigkeit der Sportstätten ist damit nicht gegeben" heißt es in einem Schreiben, das das IOC dazu bewegen soll, die Münchner Planungen zu überprüfen. Am 22. Dezember war ein Ultimatum der Grundbesitzer an das Münchner Bewerbungskomitee abgelaufen. Es hatte zum Ziel, dass die Bewerbung zurückgezogen werden sollte. Es blieb wie erwartet ohne Resonanz und löste den Brief an Rogge aus.

"Ersatzlösungen" sollen bereitstehen

"Die noch offenen Grundstücksfragen lassen sich klären und gefährden die Bewerbung nicht", hatte Siegfried Schneider von der Bayerischen Staatskanzlei eine Woche zuvor im Kabinett erklärt. Schneider (CSU), der die Verhandlungen mit den Grundstücksbesitzern führt, hatte erklärt, dass notfalls auch "entsprechende Ersatzlösungen bereitstehen" würden, falls man sich nicht mit allen Grundbesitzern einigen könne.

"Die olympische Bewerbung wird abgegeben", hatte auch Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) unmittelbar nach der Forderung der Grundstückseigentümer erklärt und klar gemacht, dass man unbeirrt an dem Projekt festhält.

Am Donnerstag erklärte Bernhard Schwank als Geschäftsführer der Bewerbungsgesellschaft: "Das Schreiben stellt für uns keine Überraschung dar, weil es ja angekündigt worden war. Es beinhaltet aber aus unserer Sicht auch keine Neuigkeiten. Wir möchten nochmals betonen, dass es sich nicht um 59 Grundstückseigentümer handelt, sondern eine Hand voll, die für unsere Planungen eine Rolle spielen."

Schwank will weiter verhandeln

Schwank lässt wissen: "Wir setzen weiterhin auf die Gespräche mit den Grundstückseigentümern. Uns liegt sehr viel daran, eine tragfähige Lösung mit den Menschen vor Ort zu finden. Sollten wir nicht zum Erfolg in den Gesprächen kommen, haben wir wettbewerbsfähige Alternativen."

In Garmisch-Partenkirchen sind 2018 die Wettbewerbe im alpinen Skisport und Skispringen geplant, außerdem soll dort ein Olympisches Dorf für 2 500 Personen entstehen.

Das IOC entscheidet am 6. Juli 2011 im südafrikanischen Durban über den Winterspielort 2018. Neben München bewerben sich das schon zweimal mit Bewerbungen gescheiterte Pyeongchang/Südkorea und Annecy/Frankreich um die Spiele 2018.

© SID

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