Olympia Sportpolitik
München 2018 weist Fehlplanungs-Vorwürfe zurück

Die Olympia-Bewerbungsgesellschaft München 2018 hat Vorwürfe über finanzielle Fehlplanungen zurückgewiesen. Das "weise ich entschieden zurück", so Geschäftsführer Bernhard Schwank.

Die Olympia München 2018-Bewerbungsgesellschaft wehrt sich mit Nachdruck gegen den Vorwurf der finanziellen Fehlplanung. "Die Behauptung, die Einnahmen und Ausgaben wurden schöngerechnet, weise ich entschieden zurück", sagte Geschäftsführer Bernhard Schwank in einer Reaktion auf die ARD-Sendung Monitor am Mittwochabend. "Alle unsere Berechnungen für die einzelnen Positionen sind konservativ angesetzt", betonte er.

In einem Bericht des Bundesinnenministeriums (BMI), auf den sich Monitor bezieht und der auch der Süddeutschen Zeitung vorliegt, ist von einer Reihe von "finanziell bedeutsamen Unsicherheiten beziehungsweise Risiken" im Zusammenhang mit der Finanzplanung für München 2018 die Rede. Der für den Sport zuständige Bundesinneninnenminister Thomas de Maiziere hatten den Bericht am 3. November dem Kabinett vorgelegt. Die Regierung stimmte Olympia 2018 danach zu.

BMI-Bericht nennt Risikofaktoren

Der BMI-Bericht stellt die Kalkulationen beim Ticketverkauf und bei der Sponsorenakquise sowie den Wechselkurs von Euro und Dollar und steigende Kosten für die erforderlichen Infrastrukturmaßnahmen als Risikofaktoren dar. Das BMI weist nach Angaben von "München 2018" allerdings auch daraufhin, dass es keine "signifikaten Anhaltspunkte dafür gibt, dass die bei einer derartigen Planung bestehenden immanenten Realisierungsrisiken unverhältnismäßig sind."

Dass bei der Planung für ein sportliches Großereignis, das erst 2018 stattfinden wird, Risiken bestehen, will auch Schwank "selbstverständlich" nicht bestreiten: "Deshalb haben wir zu allen Fragen entsprechende Expertisen eingeholt und geeignete Sicherheitsmechanismen eingebaut." Vorgesehen ist für Olympia 2018 ein Organisationsetat von 1,3 Mrd. Euro, dazu kommen sollen Kosten von bis zu 1,8 Mrd. Euro, etwa für Infrastrukturmaßnahmen.

Der Etat des Organisationskomitees, der sogenannte Ocog-Etat, soll unter anderem durch die obligatorischen Zuschüsse des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), durch Einnahmen aus Sponsorenverträgen und den Verkauf von geplanten 1,9 Mill. Eintrittskarten ausgeglichen werden. Die bayerische Staatsregierung hält nach einem Bericht der Süddeutschen Zeitung zumindest die Kalkulation für die Sponsoren-Einnahmen ebenfalls für "ambitioniert".

Irritationen auch über Sicherheits-Budget

Irritationen gibt es unter anderem wegen des Budgets für die Sicherheit. Die Bewerbungsgesellschaft hat im Ocog-Etat Kosten in Höhe von 31,8 Mill. Euro aufgeführt. Diese sollen unter anderem für die privaten Sicherheitsdienste oder für das Sicherheitsequipment an den Zugangskontrollen im so genannten "inneren Sicherheitsgürtel" der jeweiligen Veranstaltungsorte aufgewendet werden. Für die "äußere" Absicherung der Spiele wäre das Ocog dagegen nicht zuständig.

Die Kosten etwa für die Polizei und den Katastrophenschutz fallen unter den sogenannten Non-Ocog-Etat, in dem die Ausgaben der öffentlichen Hand aufgeführt sind. Auch diesen hat "München 2018" erstellt, unter der Aufsicht von Experten etwa des BMI oder des Bundeskriminalamts. Die Ausgaben für die Sicherheit sind im Nicht-Ococ-Budget mit sehr gering erscheinenden 33 bis 50 Mill. Euro veranschlagt und werden getragen von der öffentlichen Hand.

Insgesamt bis zu 82 Mill. Euro für die Sicherheit sind sehr wenig im Vergleich zu den 900 Mill. kanadischen Dollar (ca. 611 Mill. Euro), die bei den Olympischen Spielen im Februar in Vancouver am Ende für die Sicherheit zusammenkamen. "München 2018" allerdings betont: "Die Kosten sind aufgrund der geografischen Lage nicht mit denen der Winterspiele in Vancouver zu vergleichen."

© SID

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