Olympia Sportpolitik
Oberammergau darf auf Olympische Spiele hoffen

Neben Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee soll nun auch Oberammergau als Austragungsort der Münchener Olympiabewerbung für die Spiele 2018 hinzukommen.

Das Konzept der Münchner Bewerbung um die Olympischen Winterspiele 2018 wird in einem entscheidenden Punkt überarbeitet. Bislang waren Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee als Partner der bayerischen Landeshauptstadt vorgesehen, nun kommt offensichtlich ein weiterer Austragungsort hinzu. Nördlich der für ihre Passionsspiele berühmten Gemeinde Oberammergau sollen die Wettbewerbe im Langlauf und Biathlon stattfinden.

"Wir prüfen derzeit ernsthaft einen Standort für Biathlon und Langlauf in Oberammergau", bestätigte Bernhard Schwank, einer der beiden Geschäftsführer der Olympia-Bewerbungsgesellschaft, im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) einen Bericht der Süddeutschen Zeitung. Schwank ergänzte, der in Betracht gezogene Standort "muss sowohl sportfachlichen wie auch ökologischen Ansprüchen genügen", eine Entscheidung sei aber "noch nicht gefallen".

Geeignetes Gelände für Loipen fehlte

Bislang war im Konzept "München plus zwei" vorgesehen, dass München Austragungsort für die Eröffnungs- und Schlussfeier sowie für die Eissportarten ist, am Königssee steht der Eiskanal für Rodeln, Bob und Skeleton. Garmisch-Partenkirchen sollte Schauplatz für die Wettbewerbe auf Schnee sein. Dort war aber bislang kein geeignetes Gelände für Loipen aufzutreiben, Probleme gab es außerdem mit der Biathlon-Anlage im nahegelegenen Kaltenbrunn.

Der Bund Naturschutz (BN) hat unterdessen seine Mitarbeit in der Umwelt-Fachkommission der Bewerbungsgesellschaft aufgekündigt. "Wir haben uns sehr intensiv mit dem Für und Wider auseinandergesetzt und nun einstimmig beschlossen, Olympische Winderspiele in München, Garmisch-Partenkirchen und Schönau am Königssee aus ökologischen Gründen abzulehnen", sagte der Landesvorsitzende Hubert Weigert der Süddeutschen Zeitung.

Janecek: "Konzept München plus zwei ist gescheitert"

"Das Konzept München plus zwei ist gescheitert", sagte nach dem BN-Rückzug der Grünen-Landesvorsitzende Dieter Janecek. Vor der Festlegung auf München und seine zwei Partner hatte es Diskussionen um die Einbindung vorhandener Sportstätten in Ruhpolding (Biathlon), Inzell (Eisschnelllauf) sowie Reit im Winkl und Oberstdorf (beide Ski nordisch) gegeben. Oberammergau und "GAP" liegen allerdings nur wenige Kilometer voneinander entfernt südlich von München.

Die Bewerbungsgesellschaft hat noch bis Februar/März 2010 Zeit, ihr Konzept zu konkretisieren. Dann muss das erste Bewerbungsbuch ("Mini-Bid-Book") mit ersten präzisen Angaben beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) vorgelegt werden. Neben München haben die französische Stadt Annecy sowie das zuletzt zweimal knapp in der Endausscheidung gescheiterte Pyoengchang (Südkorea) eine Bewerbung für 2018 angekündigt.

© SID

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