Olympia Sportpolitik
Olympiastadion in Peking unter Staatskontrolle

Ein Jahr nach den Olympischen Spielen verzeichnet das Olympiastadion in Peking herbe finanzielle Verluste. Nun wurde das "Vogelnest" unter staatliche Kontrolle gestellt.

Aufgrund ausufernder Verluste ist das Olympiastadion in Peking ein Jahr nach den Sommerspielen in Chinas Hauptstadt unter staatliche Kontrolle gestellt worden. Einem Bericht der Tageszeitung China Daily zufolge hat ein namentlich nicht genanntes Staatsunternehmen bereits im vergangenen August das Management der Arena übernommen, nachdem die bisherigen Betreiber seit dem Ende der Olympischen Spiele keine kostendeckende Auslastung des 80 000 Zuschauer fassenden Stadions erreicht hatten.

"Wir quetschen unsere Hirne fast jeden Tag aus. Aber es ist keine einfache Zeit für uns", beschrieb Stadiondirektor Zhou Bin die Situation bei der Gestaltung eines attraktiven Programms. Von den umgerechnet 25,83 Mill. Euro Einnahmen stammen alleine 18,08 Mill. Euro aus dem Verkauf von Karten für Besichtigungstouren durch das Stadion. Allerdings ist die Tendenz im Tourismus-Sektor deutlich fallend.

Auch "Schumi" kein Publikumsmagnet

Veranstaltungs-Highlights seit Olympia waren lediglich das italienische Supercup-Match, ein Konzert von Hongkong-Superstar Jackie Chan, ein achttägiges Gastspiel einer Oper sowie bis Mittwoch das zweitägige "Race of Champions"-Spektakel. Doch selbst bei den Rennen mit Formel-1-Weltmeister Jenson Button sowie Rekordchampion Michael Schumacher waren geschätzt gerade einmal rund 25 000 Besucher in der Arena.

Nach der Übernahme der Arena-Vermarktung durch ein Staatsunternehmen halten chinesische Medien die Lösung eines Hauptproblems beim Stadionbetrieb für lösbar. Denn weithin galten bislang die bürokratischen Hürden für die Genehmigung von Veranstaltungen im Stadion als großes Hindernis.

© SID

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