Olympia Team steht
NOK schickt 162 Aktive nach Turin

162 deutsche Wintersportler werden bei den Olympischen Spielen in Turin um Medaillen kämpfen. Das Nationale Olympische Komitee (NOK) nominierte am Mittwoch die Rekordzahl von deutschen Aktiven bei Winterspielen.

Bei den Olympischen Spielen in Turin (10. bis 26. Februar) tritt die deutsche Mannschaft mit einer Rekordzahl von Aktiven an. Wie bereits für die Spiele 2002 in Salt Lake City nominierte das Nationale Olympische Komitee (NOK) 162 Sportler. Bei den Winterspielen vor vier Jahren nahmen letzten Endes 158 deutsche Wintersportlern an den Wettkämpfen teil, was ebenfalls ein Rekord war.

"Halbe" Olympia-Norm reicht

Das NOK-Präsidium ließ bei den Sportlern im Gegensatz zu früheren Nominierungen durchweg Gnade vor Recht ergehen und nominierte auch sechs junge Sportler mit Perspektive, die als so genannte Einzelfallentscheidungen galten. Felix Neureuther (Ski alpin), Christoph Stark (Ski Freestyle), Anna-Lena Zuck (Snowboard) sowie Judith Hesse (Eisschnelllauf) erhielten somit ihr Ticket für Turin, obwohl sie die Olympia-Norm lediglich "halb" erfüllt haben.

"Bei allen Fällen war es so, dass sowohl ihr betroffener Verband als auch das NOK den Athleten eine Perspektive zuerkannt hat, die eine weitere Leistungsentwicklung in ihrer Sportart erwarten lässt", begründete NOK-Präsident Klaus Steinbach die Nominierung der vier im Grunde nicht Qualifizierten. Als Sonderfall galt die Snowboarderin Katharina Himmler: Sie war nach einem zwischenzeitlichen Rücktritt drei Monate lang nicht in das Dopingkontrollsystem eingebunden. "Unsere Athleten sind alle sauber", versicherte Steinbach.

Huber und Ertl hoffen noch

Das Olympia-Aufgebot könnte noch um die zwei Ski-Rennläufer Isabelle Huber und Andreas Ertl ergänzt werden. Die Chancen dafür stehen nach den jüngsten Leistungen aber eher schlecht. Huber, die zumindest die halbe Norm erfüllt hat, müsste am kommenden Wochenende noch einmal eine Platzierung unter den Top 15 im Weltcup erreichen, Ertl (ohne Vorleistung) einmal unter die ersten Acht oder zweimal unter die ersten 15 fahren.

Am stärksten vertreten sind im deutschen Olympia-Aufgebot neben den Eishockeyspielern (43) die Bobfahrer (15), Eisschnellläufer (14) und Skilangläufer (13), denen neben den Biathleten (12) sowie den Rodlern (10) zugleich die besten Medaillenchancen eingeräumt werden. Ziel der deutschen Mannschaft ist nach 84 Entscheidungen Rang eins in der Nationenwertung. Bei den Spielen 2002 in Salt Lake City hatten die deutschen Sportler mit zwölf Gold-, 16 Silber- und 13 Bronzemedaillen Rang zwei hinter Norwegen (13/5/7) belegt, mit den insgesamt 36 Medaillen aber einen Rekord für Winterspiele aufgestellt.

Routinier im deutschen Aufgebot ist Rodler Georg Hackl, der nach dreimal Gold und zweimal Silber an seinen sechsten Olympischen Winterspielen teilnimmt und damit mit Langlauf-Bundestrainer Jochen Behle (1980 bis 1998) gleichzieht. Fünf deutsche Sportler gehen in ihre fünften Winterspiele: Eisschnellläuferin Claudia Pechstein, die ohnehin schon die erfolgreichste deutsche Winter-Olympionikin ist, greift dabei nach ihrem fünften Gold, dem erfahrenen Kreis gehören auch die Biathleten Uschi Disl und Ricco Groß, Susi Erdmann (3-mal als Rodlerin, in Turin zum zweiten Mal als Bobpilotin) sowie die Ski-Rennläuferin Martina Ertl-Renz an.

© SID

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