Olympia Tickets
Falsche Tickets kosten Australier viel Geld

Viele Australier haben im Internet falsche Olympia-Tickets gekauft und damit zusammen etwa 35 000 Euro verloren. Unter den Betrugsopfern sind auch Angehörige von Athleten.

Nur wenige Tage vor der Eröffnungsfeier hat ein Ticketskandal die Olympischen Spiele in Peking erfasst. Zahlreiche Sportfans weltweit wurden im Internet mit ungültigen oder gar nicht existierenden Eintrittkarten über den Tisch gezogen. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat bereits reagiert und gerichtliche Schritte gegen die vermeintlichen Betrüger eingeleitet.

"Wir können nicht akzeptieren, dass Menschen für Tickets bezahlen, die sie dann nicht bekommen", sagte der Norweger Gerhard Heiberg, Mitglied der IOC-Exekutive. Das IOC habe gemeinsam mit dem Nationalen Olympischen Komitee der USA am vergangenen Freitag bei einem Gericht in Kalifornien Klage eingereicht, die sich gegen die Betreiber von mindestens sechs Internetseiten richte.

Nach Ansicht des Anwalts Jim Moriarty, der selbst umgerechnet 7 500 Euro verloren hat und Mitbetroffene juristisch begleiten will, hätte das IOC jedoch früher eingreifen müssen. "Sie haben seit Monaten von diesen Seiten gewusst und nichts getan", sagte der Amerikaner.

Am Montag waren auf einer der ins Zwielicht geratenen Internetseiten immer noch Tickets für viele olympischen Wettbewerbe bestellen. Sogar für die Eröffnungsfeier am Freitag stellt der Anbieter noch Plätze in Aussicht - für umgerechnet rund 1 380 Euro pro Person.

Von solchen Angeboten solle man die Finger lassen, meinte John Coates, Präsident des Nationalen Olympischen Komitees von Australien, wo zahlreiche Menschen Opfer des Schwarzhandels geworden sind. "Wir haben die Leute immer darauf hingewiesen, ausschließlich bei autorisierten Anbietern einzukaufen", sagte Coates.

Laut Presseberichten sollen sogar Familienmitglieder von australischen und neuseeländischen Olympia-Teilnehmern auf den Schwindel hereingefallen sein. Zudem hätten sich auch Fans aus Japan, Norwegen, Großbritannien und dem Gastgeberland China als Betroffene gemeldet. Viele andere wüssten noch gar nicht, dass sie betrogen wurden, behauptet Moriarty: "Vielen wurde gesagt, dass sie ihre Tickets in einem Pekinger Büro abholen können. Aber die werden nicht da sein." Die Olympia-Organisatoren gaben an, dass seit letzter Woche alle Wettbewerbe in Peking selbst ausverkauft seien. Lediglich für die Reiterspiele in Hongkong und die Segelwettkämpfe in Qingdao seien noch Karten zu erwerben. Insgesamt waren rund sieben Mill. Tickets erhältlich, von denen 75 prozent für den chinesischen Markt reserviert wurden.

© SID

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