Olympia Turin
Steuer und NOK am 6. Februar vor Gericht

Das Landgericht Berlin-Charlottenburg wird am 6. Februar eine Entscheidung über den von der NOK eingelegten Widerspruch gegen die von Ingo Steuer erzwungene Olympia-Akkreditierung treffen.

Der Widerspruch des Nationalen Olympischen Komitees (NOK) gegen die per Einstweiliger Verfügung erzwungene Olympia-Akkreditierung von Ingo Steuer wird am 6. Februar (12.00) vor dem Landgericht Berlin-Charlottenburg verhandelt. Diesen Termin bestätigte Gerichtssprecherin Kathrin-Elena Schönberg dem Sport-Informations-Dienst (sid).

Der Trainer der deutschen Paarlauf-Meister Aljona Savchenko und Robin Szolkowy aus Chemnitz war in der vergangenen Woche wegen langjähriger Kontakte zum Ministerium für Staatssicherheit vom NOK aus dem deutschen Team für die Winterspiele von Turin ausgeschlossen worden. Dagegen hatte sich der 39-Jährige mit einer Einstweiligen Verfügung gewehrt.

Gericht ordnet kein persönliches Erscheinen an

Steuer, der am Mittwoch zusammen mit seinem Paar in Erding bei München offiziell eingekleidet worden war, reagierte zurückhaltend: "Ich nehme das zur Kenntnis." Das Gericht ordnete kein persönliches Erscheinen an, wahrscheinlich wird sich der ehemalige Paarläufer von seiner Berliner Rechtsanwältin Karla Vogt-Röller vertreten lassen.

Mittlerweile veröffentlichte Aktenauszüge belegen, dass der Paarlauf-Weltmeister von 1997 zwischen 1985 und 1989 regelmäßig für die Staatssicherheit spionierte. Angesichts dieser Dokumente sprach sich Hans-Wilhelm Gäb gegen Pläne der Deutschen Eislauf-Union (DEU) aus, den Chemnitzer unabhängig von der Gerichtsentscheidung in Turin einzusetzen: "Damit schert dieser Verband aus der Gemeinschaft des Sports aus."

Unklar bleibt, welche Athletin Steuer laut Aktenlage 1989 als potenziellen Republikflüchtling bei seinem Verbindungsoffizier denunziert hat. Gerüchten, es habe sich dabei um die Berliner Paarläuferin Peggy Schwarz gehandelt, dementierte die mittlerweile als Trainerin in Grimma arbeitende mehrfache Olympia-Teilnehmerin auf sid-Anfrage: "Ich war es definitiv nicht."

Katarina Witt nimmt Steuer in Schutz

Die zweimalige Olympiasiegerin Katarina Witt hat derweil ihren ehemaligen Eis-Kollegen, der auch über sie Berichte anfertigte, in Schutz genommen. "Er war jung und naiv, für mich ist dieses Thema erledigt", sagte die 40-Jährige der Bild-Zeitung. Steuer, so die viermalige Weltmeisterin weiter, habe nach ihrer Meinung "nur Kinderkram"über sie an die Staatssicherheit weitergegeben: "Ich habe die Akten beiseite gelegt und hoffe, sie verstauben."

© SID

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