Olympia Turin
Turin wirft Licht und Schatten voraus

100 Tage vor der Eröffnung der Olympischen Winterspiele in Turin verbreiten die Veranstalter Zuversicht. Nicht fertiggestellte Wettkampfstätten und drohende Verkehrsprobleme sorgen allerdings für Unmut bei den Sportlern.

Der Countdown läuft. Am Mittwoch sind es noch exakt 100 Tage bis zur Eröffnung von "Torino 2006", den Olympischen Winterspielen in der Hauptstadt des Piemont (10. bis 26. Februar). IOC-Exekutive und Spitzen des Organisationskomitees Toroc verbreiteten letzte Woche beim Treffen in Lausanne geballte Zuversicht, doch die Skepsis der Sportfamilie bleibt groß angesichts nicht fertiggestellter Wettkampfstätten, drohender Verkehrsprobleme und knapper Kassen.

2 500 Athleten, 1,5 Mill. Zuschauer

2 500 Athleten aus über 80 Ländern sind gemeldet, 84 Wettbewerbe stehen an acht verschiedenen Schauplätzen an. Erstmals gibt es drei Athletendörfer, denn zwischen Turin und den Loipen und Pisten in den Bergen liegen rund 100 Kilometer. Die 1,5 Mill. erwarteten Zuschauer müssen sich auf lange Anfahrten auf teilweise schmalen Straßen einstellen.

Am Donnerstag wird die Vollversammlung der Vereinten Nationen die Resolution zum "olympischen Frieden" verabschieden, doch der innere Friede ist wegen der scharfen italienischen Dopinggesetze getrübt. Das IOC muss befürchten, bei den Spielen nicht Herr im eigenen Haus zu sein.

Sestriere noch eine Baustelle

Die Eisschnelllauf-Bahn "Oval Lingotto" wird erst auf den letzten Drücker fertig, das olympische "Höhen"-Dorf (2035m) in Sestriere ist bei Wintereinbruch noch eine Baustelle, und der Härtetest für die umgebaute Bob- und Rodelbahn steht noch an.

Doch Turin sieht dem Countdown mit zumindest äußerlicher Gelassenheit entgegen. "Wir sind voll im Zeitplan", versicherte Generalmanager Cesare Vaciago vor der IOC-Exekutive. Am 27. November wird das olympische Feuer entzündet, am 7. Dezember beginnt vor dem Palazzo Quirinale in Rom der 64-tägige Fackellauf quer durch die Halbinsel am Appenin.

Staubbelastung in der Eisschnelllauf-Halle

Zwei Tage später beginnt der letzte olympische Testwettbewerb im Eisschnelllaufen (9.-11. Dezember). Eigentlich sollte hier schon im Januar 2005 die Sprint-WM stattfinden, die dann nach Salt Lake City verlegt werden musste. Hollands Chef de Mission Ed Verheijen meldete bereits Zweifel an, ob angesichts der Staubbelastung in der Halle reguläre Rennen möglich sind. Tröstlich ist nur, dass die Bedingungen für alle gleich sein werden.

Die Bob- und Rodelbahn in Cesana musste erheblich umgebaut werden, nachdem im Februar 2005 etliche Athleten beim schließlich abgesagten Weltcup-Finale geradewegs ins Krankenhaus rodelten. "Ich hoffe, dass wir ohne Probleme fahren können", sagt Olympiasiegerin Sylke Otto. Ob der Umbau gelungen ist, müssen der Weltcup (19./20. November) sowie die zuvor pflichtgemäß angesetzte Trainingswoche (11. bis 16. November) zeigen. Daran, dass sich die Bahn erneut als zu gefährlich erweist, mag niemand denken. Neue Flickschusterei wäre kaum mehr möglich.

© SID

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