Olympische Disziplinen
Bob – Mit Hochgeschwindigkeit durch den Eiskanal

Die olympische Bob-Bahn sorgte im Vorfeld für Unruhe. Nachdem beim Olympiatest im Februar 2005 im Rodel-Weltcup diverse Fahrer schwer gestürzt waren, musste die Strecke entschärft werden. Experten rechnen mit Höchstgeschwindigkeiten um die 130 km/h.

HB DÜSSELDORF. Über den Eintrag in die Geschichtsbücher als Ort des erste Rennens in der Historie des Bobsports streiten sich noch heute die beiden Nobel-Wintersportorte St. Moritz und Davos in der Schweiz. Als "Wiege des Bobsports" wird aber St. Moritz bezeichnet, denn dort wird in jedem Jahr die einzige noch existierende Naturbahn aufgebaut - und zwar genau dort, wo im Winter 1889/90 das erste historisch belegte Rennen stattfand.

Am 23. November 1923 wurde in Paris auf Druck des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) der internationale Bob-Verband, die Fédération Internationale de Bobsleigh et de Tobaganning (FIBT), gegründet. Heute ist die FIBT der internationale Fachverband für den Bob- und Skeletonsport und hat 54 Mitgliedsverbände. Das IOC griff ein, weil der Bobsport ins Programm der ersten Olympischen Winterspiele 1924 im französischen Chamonix aufgenommen werden sollte.

Einheitliche Regeln für die Austragung von Rennen gab es damals jedoch nicht. In Chamonix war den Mannschaften freigestellt, ob sie mit vier oder fünf Personen, sitzend oder liegend fuhren. Sieger wurde die Mannschaft von Schweiz I mit Eduard Scherrer an den Steuerseilen. 1960 war das einzige Mal, dass der Bobsport bei Winterspielen nicht im Programm war.

Die Ausrichter in Squaw Valley (USA) weigerten sich schlichtweg, eine Bahn zu bauen. 1967 wurde in Königssee bei Berchtesgaden die erste künstlich vereiste Bob- und Rodelbahn eingeweiht. Diese technische Neuerung bedeutete für den Bobsport einen großen Umschwung. Erstmals waren die Athleten nicht mehr von den Widrigkeiten des Wetters abhängig, neue Kurven, zum Beispiel ein Kreisel, konnten eingebaut werden.

Bei Olympia 1968 mussten die Bobfahrer früh aufstehen: Bereits um fünf Uhr morgens wurden die Rennen auf der Naturbahn in Alpe d'Huez gefahren. Seit 1976 in Innsbruck-Igls fanden olympische Rennen nur noch auf Kunstbahnen statt, obwohl dies vom internationalen Verband nicht zwingend vorgeschrieben ist.

Unter dem neuen Präsidenten Juan Antonio Samaranch, der 1980 gewählt wurde, wehte ein neuer Wind im IOC, und der Bobsport fürchtete um seinen olympischen Status, weil nur 25 Nationen den Sport betrieben. Es gründete sich eine "Solidaritäts-Kommission", die neue Mitglieder gewinnen sollte. Das Resultat wurde 1988 in Calgary deutlich: Der Bob aus Jamaika war die absolute Sensation in Kanada. Die Jamaikaner wurden später durch den Kinofilm "Cool Runnings" berühmt. Erstmals auch am Start: Monaco mit Prinz Albert.

1999 nahm das IOC neben dem Zweier- und Viererbob für die Männer auch den Zweierbob für die Damen in das Programm der Winterspiele 2002 in Salt Lake City auf. Auch für sie galt: Eine Fahrt wird gewertet, wenn der Bob mit allen Insassen die Ziellinie überquert - sogar, wenn er auf dem auf der Seite oder kopfüber durchs Ziel schliddert.

Während eine spezielle Beschichtung verboten ist, dürfen die Bobkufen erwärmt und mit Gleitmittel behandelt werden. Ihre Temperatur beim Start darf allerdings nur um vier Grad plus oder minus von der einer Referenzkufe abweichen, die eine Stunde vor dem Start "der frischen Luft" ausgesetzt wurde.

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