Olympische Disziplinen: Eishockey – Mit vollem Körpereinsatz

Olympische Disziplinen
Eishockey – Mit vollem Körpereinsatz

Die Ursprünge des Eishockeysports sind bis heute nicht einwandfrei geklärt. Als eigentliches Mutterland des Eishockey gilt Kanada. In Turin spielen die Mannschaften im vom japanischen Star-Architekten geschaffenen, 8 500 Zuschauer fassenden, Palasport Olimpico.

HB DÜSSELDORF. Aus Frankreich stammt ein Bericht, wonach die heutige Form bereits im 17. Jahrhundert von Huron- und Chippewa-Indianern an der Küste von Ontario/Kanada betrieben wurde. Die Ureinwohner spielten mit einem Stock, der ein kleines Netz eingeknüpft hatte, und einem Ball. Das Spiel ist bis heute als Lacrosse erhalten geblieben. Alte Kupferstiche und Gemälde belegen, dass auch in den Niederlanden bereits im 16. und 17. Jahrhundert ein eishockeyähnliches Spiel ausgeübt wurde.

Das schottische Shinney gilt ebenfalls als Vorläufer. Shinney wurde mit Ball und Krummstock - allerdings ohne Torhüter - gespielt. Ein Team bestand aus 50 bis 100 Personen. Die Beteiligten spielten auf Raumgewinn, Kompanie gegen Kompanie. Eine überwiegende Zahl der Forscher sieht den eigentlichen Ursprung jedoch im englischen Spiel Bandy. Englische Soldaten brachten Bandy aus ihrer Heimat nach Kanada mit und verlegten das Spiel dort auf Schnee und Eis. Auf einer fußballfeldgroßen Eisfläche mit Toren, elf Spielern pro Team sowie Torhüter, Stock und Ball gingen die ersten Kufenkünstler zu Werke. Vermutungen liegen nahe, dass die Mannschaftsstärke bei kleineren Eisflächen verkleinert wurde und so das heutige Eishockey entstand.

Mitte des 19. Jahrhunderts wurde in Kanada die erste offizielle Begegnung ausgetragen. Weihnachten 1855 trafen sich englische Infanteristen aus Halifax und Kingston, die Royal Canadien Rifles, zum ersten offiziellen Bandy-Spiel. Am 3. März 1875 traten Studenten und Lehrkräfte der McGill-Universität von Montreal dann zum ersten Eishockeyspiel an. Der McGill-Student William Fleet Robertson schrieb das erste Regelwerk und erfand 1877 den Puck. Er schnitt von einem Gummiball die obere und untere Rundung ab und schuf so eine Scheibe.

Sein olympisches Debüt gab das damals bereits gut organisierte Eishockey 1920 ausgerechnet bei den Sommerspielen in Antwerpen. Dort sicherte sich - genau wie bei den ersten Winterspielen 1924 in Chamonix und den beiden darauf folgenden Spielen - Kanada die Goldmedaille. Eine Wachablösung der Männer mit dem Ahornblatt auf der Brust folgte erst 1956 in Cortina d'Ampezzo, als die Sowjetunion ins Geschehen eingriff und in den Folgejahren acht von zehn Titeln gewann.

Zwei Neuerungen sahen die Winterspiele in Nagano 1998. Zum ersten Mal konnten die hochbezahlten Profis aus der nordamerikanischen Profiliga NHL mitmischen und zum ersten Mal ermittelten auch die Frauen ihren olympischen Titelträger. Ausgerechnet im Land des "Erzrivalen" USA, bei den letzten Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City, holten die Kanadier in direkten Duellen gegen die Gastgeber das "Double". Die Männer schlugen die US-Boys mit 5:2, die Frauen taten es ihnen mit 3:2 gleich.

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