Olympische Disziplinen: Short Track – Tempojagd auf dem Eis

Olympische Disziplinen
Short Track – Tempojagd auf dem Eis

Lange Zeit dem Eisschnelllauf zugeordnet, hat sich Short Track mittlerweile seine Eigenständigkeit erkämpft. Erst im Jahr 1976 fanden die ersten offiziellen Rennen statt. Charakteristikum ist der Massenstart - und manchmal kommt es auch zum Massensturz.

HB DÜSSELDORF. Im 18. Jahrhundert begannen Skandinavier und Engländer mit dem Eisschnelllauf. Das erste überlieferte Rennen fand 1763 im englischen Fens statt. Dabei traten die Läufer auf einer Strecke von rund 24 km gegeneinander an. Das niederländische Leeuwarden war 1805 Schauplatz der ersten Massenveranstaltung. 130 Läuferinnen im Alter zwischen 14 und 51 Jahren gingen damals an den Start. Auch heute noch findet in den Niederlanden alljährlich die "Elf-Städte-Tour" statt. Auf zugefrorenen Grachten müssen die Teilnehmer beim populärsten Lauf auf Kufen bis zu 200 km zurücklegen.

Aus Mangel an Eisbahnen wurde Ende des 19. Jahrhunderts in Kanada, England und Schottland auf Eishockeyfeldern um die Wette gelaufen: Das war die Geburtsstunde des Short Tracks ("Kurzbahn"). Bei den Olympischen Winterspielen 1932 in Lake Placid erzwangen die Gastgeber den Massenstart in den Eisschnelllauf-Disziplinen und sorgten damit für eine beschleunigte Trennung zwischen dem Eisschnelllauf und Short Track.

Abweichend von den europäischen Regeln, nach denen die Läufer paarweise starteten, waren die Rennen in Nordamerika stets mit einem Massenstart durchgeführt worden. Trotz heftiger Widerstände der Europäer setzten sich die Veranstalter, die gedroht hatten die Eisschnelllaufwettbewerbe ausfallen zu lassen, durch. Die Nordamerikaner traten mit der "Mauertaktik" gegen die im Massenstart unerfahrenen Europäer an. Die Läufer fuhren nebeneinander und verhinderten so Überholmanöver der Konkurrenz. Keine Überraschung also, dass sämtliche Goldmedaillen an Starter aus den USA und Kanada gingen.

Heftige Diskussionen sorgten im Nachhinein für die Entscheidung, die Wettbewerbe nur noch paarweise auf zugewiesenen Bahnen durchzuführen. In Nordamerika blieb der Massenstart populär, sodass sich Short Track endgültig vom klassischen Eisschnelllauf abspaltete.

Mit Unterstützung der International Skating Union fanden 1976 die ersten offiziellen Rennen statt. Auf der "Drei-Bahnen-Tournee" im US-amerikanischen Wyandot/Michigan traten die besten Athleten aus Nordamerika, Europa und Australien gegeneinander an. Mit der Entscheidung, die Streckenlänge auf 111 m festzulegen, wurde eine endgültige Regelung geschaffen und ein internationaler Vergleich möglich. Außer in Nordamerika und Europa breitete sich der Short-Track-Sport auch in Asien aus. 1978 wurden die ersten offiziellen Weltmeisterschaften im französischen Meudon durchgeführt.

Bei den Olympischen Winterspielen 1988 in Calgary war Short Track als Demonstrationssportart vertreten, bereits vier Jahre später im französischen Albertville waren die "Kufenflitzer" fester Bestandteil der Olympischen Spiele. Während bei den Männern Südkorea die Wettkämpfe beherrschte, dominierten bei den Frauen die USA und Kanada.

Seite 1:

Short Track – Tempojagd auf dem Eis

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%