Olympische Disziplinen: Skeleton – Vom Holz- zum High-Tech-Schlitten

Olympische Disziplinen
Skeleton – Vom Holz- zum High-Tech-Schlitten

Die Skeleton-Anhänger verdanken ihr Sportgerät dem Ideenreichtum der nordamerikanischen Indianer. Sie transportierten in schneereichen Wintern ihre Zelte und Jagdbeute darauf. Als ihre Kinder den "otobanask" nutzten, um die kanadischen Hügel hinunterzusausen, war ein neues Sportgerät geboren.

HB DÜSSELDORF. Diese banden bereits vor mehr als 150 Jahren Äste oder Rindenstücke zusammen, formten das Holz an einem Ende zu einem Bogen und transportierten mit dieser Vorform des Schlittens ihre Zelte und Jagdbeute in schneereichen Wintern. Die Indianer nannten diese Transportschlitten "otobanask", aus dem später der Begriff "toboggan" - das ist der englische Ausdruck für einen Rodelschlitten - entstand. Im Laufe der Zeit entdeckten die Indianersprösslinge den "otobanask" für sich, indem sie mit ihm die kanadischen Hügel hinuntersausten. Ein neues Sportgerät war geboren.

Die weißen Einwanderer Kanadas zeigten sich so begeistert von dem Freizeitsport der Indianer, dass sie die Schlitten nachbauten und in den Winterurlaub nach Davos mitnahmen. In jedem Winter veranstalteten sie auf einem kleinen künstlichen Hügel eigene Rennen. Die mit Schnee aufgefüllten Bahnen wurden mit Wasser bespritzt. Während der kalten Winternächte entstanden so die ersten Natureisbahnen.

Der Ski war 1882 in Mitteleuropa noch unbekannt, da bauten englische Armeeangehörige bereits eine Schlittenbahn von Davos nach Klosters. Auch in St. Moritz lieferten sich die internationalen Kurgäste - Damen wie Herren - auf der Dorfrodelbahn regelrechte Wettrennen. Der englische Major Bulpett kam auf diesem Wege auf die Idee, eine Eisrennbahn zu bauen: den legendären "Cresta-Run". Als am 16. Februar 1885 das erste Cresta-Rennen, das so genannte "Grand National", startete, saßen die Fahrer noch aufrecht auf ihren Schlitten. Aber immer mehr "Experten" bastelten an ihren Sportgeräten, um noch schneller zu werden.

Im Jahre 1887 wagte sich ein Fahrer namens McCormick zum ersten Mal bäuchlings liegend und mit dem Kopf nach vorn die Bahn hinunter. Die erzielten Zeiten waren so überzeugend, dass bereits 1890 alle Teilnehmer am "Grand National" in St. Moritz in Bauchlage ins Rennen gingen. 1892 überraschte Mr. Child aus England seine Sportsfreunde mit einer neuartigen Schlittenkonstruktion, vorwiegend aus Metall und mit 22 mm Kufen. Aufgrund seines skelettartigen Aussehens wurde dieses Gerät "Skeleton" genannt. Im Rahmen eines Bob-Wettkampfes im steirischen Mürzzuschlag wurde Skeleton 1905 erstmals außerhalb der Schweiz ausgeübt.

1926 erklärte das IOC Bob und Skeleton zu olympischen Sportarten. Der Kongress beschloss, die Skeleton-Regeln von St. Moritz als für den Verband gültige anzunehmen. 1928 schlug die große Stunde des Cresta-Skeleton. Auch die Frauen begeisterten sich sehr früh für Skeleton-Rennen. Nach 30 Jahren kam dann aber das "Aus" für die Frauen: Das Gerücht hatte sich verbreitet, die Sportart rufe Brustkrebs hervor. 1990 war die "Bannzeit" für Frauen wieder vorbei. Anfang der 80er gab es in Form von Europacup-Rennen erste internationale Vergleiche. Europameisterschaften fanden erstmals 1981 statt, wurden aber nur bis 1988 ausgetragen, da es seit 1989 jährlich Weltmeisterschaften gibt.

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