Olympische Disziplinen
Skispringen – Je steiler, desto besser

Das Skispringen hat seinen Ursprung in der Abfahrt: Bergbauern im 18. Jahrhundert fanden Spaß daran, schwungvoll über die Buckel auf der Piste zu springen. Die Begeisterung an dieser neuen Variante war so groß dass sich das Skispringen als eigene Sportart etablierte. Dabei gilt: Je steiler, desto besser.

HB DÜSSELDORF. In der norwegischen Provinz Telemark verbrachten im 18. Jahrhundert die Bergbauern häufig ihre Zeit damit, auf Skiern die Hänge hinabzufahren. Kleine Hügel im Gelände störten sie dabei überhaupt nicht - im Gegenteil: Mit der Zeit fanden sie Spaß daran, schwungvoll über die Buckel zu springen. Die Begeisterung der Bergbauern an dieser neuen Variante führte dazu, dass sich das Skispringen als eigene Sportart etablierte. Das Skispringen fand Anklang in ganz Norwegen. Ab 1879 wurden auf dem Husebybakken, dem Vorgänger des heutigen Holmenkollen (Oslo), Skispringen veranstaltet. Nach der Fertigstellung der Holmenkollen-Schanze fand die erste bedeutende Veranstaltung am 31. Januar 1892 vor mehr als 10 000 Zuschauern statt.

Die Aktiven merkten bald: Je steiler es hinunter geht, desto besser. Sie verlegten die Landezone von der Ebene in den Hang. Die Folge war ein neuer Sprungstil, der so genannte "Sta-rak-Stil", zu deutsch "aufrecht". Die Springer nahmen während der Flugphase eine gerade Körperhaltung ein. Dabei ruderten sie mit den Armen, um das Gleichgewicht zu halten. Anfangs wurde sogar noch ein Balancestock mitgenommen. Torju Torjussen hatte den Bogen raus: Er brachte die Sprünge 1883 erstmals mit einer so genannten Telemark-Landung zum Abschluss; sie gilt bis heute als optimal. Bei der Premiere der Olympischen Winterspiele in Chamonix 1924 segelte der norwegische Seemann Tullin Thams im "Vorlage-Stil" 49 m weit - und damit seinen Konkurrenten davon.

Der Flugingenieur Dr. Reinhard Straumann aus der Schweiz kam 1927 anhand von Untersuchungen im Windkanal zu der Erkenntnis, dass ein weiter Sprung gelingt, wenn das aerodynamische Prinzip der Flugzeugtragflächen bei der Körperhaltung während des Sprungs nachempfunden wird. Um 1950 sorgten seine Erkenntnisse verspätet dafür, dass die Springer nach dem Absprung die Arme ganz ruhig an den Körper legten und lediglich die Hände wie Flossen zum Steuern des Fluges benutzten.

Bei der WM in Squaw Valley 1962 wurden erstmals zwei Skisprungwettbewerbe ausgetragen: einer von der Normal- und einer von der Großschanze. Der so genannte "V-Stil" revolutionierte später das Skispringen. Vorreiter war Ende der 80er Jahre der Schwede Jan Bokloev. Statt die Skier wie bisher parallel zu führen, bildete er während der Flugphase ein "V". Die Folge: Grandiose Weiten, die auch die Fachwelt zum Staunen brachten.

Bei den Winterspielen in Salt Lake City 2002 versetzte dagegen ein kleiner Schweizer die Konkurrenz ins Staunen: Simon Ammann sicherte sich sowohl von der Normal-, als auch von der Großschanze den Titel des Olympiasiegers.

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