Olympische Disziplinen
Snowboard – Surfen im Schnee

Snowboarden ist die etwas andere olympische Disziplin. Erst seit 1998 im Programm, verspricht das Surfen im Schnee neben den Rennen auch viele so genannte Side-Events - was nichts anderes bedeutet als Party, Party, Party.

HB DÜSSELDORF. Schon vor 100 Jahren stellte sich ein Österreicher Namens Toni Lenhardt auf ein Brett und glitt die Hügel vor seiner Haustür hinunter. 14 Jahre nach der Jungfernfahrt des "Monogleiters" traten erstmals in Bruck an der Mur Fahrer um die Wette an. Dies sind die ersten historischen Belege des Snowboard-Ursprungs.

Der eigentliche Hype des Snowboards begann allerdings erst Anfang der 60er in Amerika. Tom Sims baute im Rahmen eines Schulprojektes sein "Ski Board"; Shermann Poppen, ein begeisterter Wellenreiter, konstruierte ein Surfboard für den Schnee, den so genannten "Snurfer". Auf der Grundlage des "Snurfers" rief Jack Burton Mitte der 70er die größte Snowboardfirma der Welt ins Leben und legte den Grundstein des Snowboard-Booms. Burton entwickelte das Spielzeug weiter zu einem konkurrenzfähigen Sportgerät.

Anfang der 80er schwappte das Snowboard wieder zurück über den großen Teich. Zahlreiche europäische Firmen entstanden, Surf-Zeitschriften und andere Funsport-orientierte Medien berichteten über die "jungen Wilden" und ein Event reihte sich an das Nächste. Fuhren die Pioniere Mitte der 80er hauptsächlich in so genannten Banked Slaloms - die Piste ist durch Steilkurven mit einer Bobbahn vergleichbar - um die Wette, gibt es heutzutage unzählige Wettkampf-Formate. Ob Big Air, Alpin oder Boardercross, die Veranstaltungen sind fast immer wahre Happenings.

Organisiert wird der Wettkampfpart von zwei Verbänden. Die Ende der 80er gegründete Internationale Snowboard Federation (ISF) war der Vorläufer. Wettkampf-Serien entstanden und aus der ehemaligen "Party-Szene" entwickelte sich ein "seriöser" Sport. Ein halbes Jahrzehnt später erkannte auch der internationale Skiverband FIS den Stellenwert des Snowboardens. 50 Rennen riefen die Verantwortlichen ins Leben, doch damit entstanden auch die ersten Probleme. ISF-Fahrer boykottierten auf Grund eines Kompetenzgerangels der Verbände die FIS-Events.

Im Winter 1995 fand die FIS auch Gehör beim Internationalen Olympischen Komitee IOC und der junge Sport wurde ins olympische Programm aufgenommen - allerdings mit einem etwas bitteren Beigeschmack für die ISF: Das IOC beauftragte die FIS mit der Organisation der olympischen Wettbewerbe. Der Streit zwischen der ISF und FIS kam 1996 vorübergehend zum Erliegen: Bei den ersten FIS-Snowboard-Weltmeisterschaften im österreichischen Lienz nahmen auch Aktive der ISF teil und hoben damit ihren Boykott für die FIS-Rennen auf. Der Grund waren in erster Linie die Olympischen Spiele 1998 in Nagano: Für die Qualifikation mussten sich alle Snowboarder - auch die ISF-Profis - in FIS-Rennen Punkte erfahren.

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