Olympische Funke springt bislang kaum über
Turin ist über den Berg

Gerade noch rechtzeitig sind die Turiner mit den Vorbereitungen für dei Olympischen Winterspiele fertig geworden. Mit dem Sportereignis wollen die Stadtväter ihr Image als Fiat-Stadt ablegen. Doch die Turiner Bürger ineressieren sich kaum für die Athleten.

TURIN. Die Pisten sind schneebedeckt, die neue U-Bahn fährt, und auch der deutsche Papst hat seinen Segen gegeben. Die Eröffnungszeremonie mit 3 600 Darstellern kann heute Abend beginnen und das olympische Feuer entzündet werden. 18 Staats- und Regierungschefs haben ihr Kommen angekündigt. Auch die US-Präsidentengattin Laura Bush wird dabei sein. Insgesamt 3,2 Milliarden Menschen können sich in 200 Ländern die Spiele im Fernsehen anschauen.

Bis zuletzt hat die Welt gezittert, ob die Italiener rechtzeitig fertig werden. Noch vor wenigen Tagen beherrschten vor allem riesige Baustellen das Bild der piemontesischen Stadt am Fuße der Alpen. Doch pünktlich zur Eröffnung zeigt sich Turin im frischen Glanz der barocken Paläste, und das Spiel kann beginnen. Die Athleten haben ihre Quartiere bezogen, die Infrastruktur steht und immerhin 720 000 der eine Million Eintrittskarten sind bereits verkauft. Auch die vom Edel-Industrie-Designer Pininfarina entworfene Fackel ist schon in Turin angekommen.

Dennoch springt der olympische Funke bisher kaum auf die als reserviert bekannten Bewohner der Stadt über. "Für uns Turiner ist die Olympiade eher ein Störfaktor. Wir sind froh, wenn das alles vorbei ist", sagt ein Turiner Manager nüchtern. Ganz im Gegensatz zu dem Slogan "Passion lives here", der überall in der Stadt auf roten Bannern prangt. Noch wenige Tage vor den Spielen waren Karten für die Eröffnungsfeier zu haben. Allerdings sind sie auch mit bis zu 800 Euro sehr teuer. Ungewiss ist auch, ob überhaupt alle Karten der verschiedenen Wettbewerbe verkauft werden. Für diesen Fall aber haben die Turiner offenbar vorgesorgt, dann sollen Schulklassen die leeren Ränge füllen.

Vielleicht liegt die mangelnde Euphorie auch daran, dass mit den Olympischen Spielen 2006 die Winterspiele zum ersten Mal in einer Millionenstadt ausgetragen werden. Bisher waren es eher kleinere Städte, die Eisläufer und Skifahrer beherbergten und sich offenbar leichter für ein solches Großereignis begeistern ließen.

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