Olympische Spiele 2010
Vancouver plant Fahrverbot zu Winterspielen

Wenn bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010 die Athleten um Medaillen ringen, bleibt bei vielen Einwohnern der kanadischen Stadt wohl das Auto in der Garage. Womöglich nicht immer freiwillig – denn Chef-Planerin Penny Ballem will während des sportlichen Großereignisses Fahrverbote in der 2,2-Millionen-Metropole erwirken.

sid/dpa VANCOUVER. „Das kann notwendig werden, um einen Verkehrskollaps zu verhindern“, sagte Ballem am Mittwoch bei der Präsentation ihres Transport-Konzeptes.

Danach muss das Verkehrsaufkommen in Vancouver um 30 Prozent sinken. Athleten, Medienvertreter und Zuschauer haben während der Spiele Vorfahrt: 1 500 Fahrzeuge des Organisationskomitees sollen sie schnell und störungsfrei zwischen Unterkünften und Wettkampfstätten chauffieren.

Kern der Planungen ist der Highway zwischen Vancouver und dem rund 120 Kilometer entfernten Zentrum der Ski-Wettbewerbe in Whistler. Der Ausbau der Strecke kostet umgerechnet 340 Mio. Euro und soll in Kürze abgeschlossen sein. Insgesamt rechnen die Organisatoren, dass durch Olympia gut 96 Mio. Euro Kosten für das Transportwesen entstehen. Darin enthalten sind rund 10,5 Mio. Euro für die zusätzlichen Fahrten öffentlicher Verkehrsmittel.

Weniger als ein Jahr vor der Eröffnungsfeier am 12. Februar 2010 könnte das drohende Fahrverbot die Vorfreude weiter trüben. Die Finanzierungsschwierigkeiten des Organisationskomitees Vanoc, die schwierige Suche nach Sponsoren und die drohende Pleite des US-Unternehmens General Motors, das für den Olympia-Fuhrpark zuständig ist: Die Negativschlagzeilen hatten in den vergangenen Monaten wenig Begeisterung aufkommen lassen.

Noch planen die Gastgeber mit einem ausgeglichenen Olympia-Haushalt. Das Budget pendelt sich nach einer Aufstockung um 127 Mio. Dollar nun bei 1,76 Mrd. Kanada-Dollar (1,12 Mrd. Euro) ein. Vanoc sucht aber noch immer Großsponsoren, die ein Loch von derzeit etwa 30 Mio. Kanada-Dollar stopfen sollen. Nicht zu diesem Budget zählen die Mittel für den Bau von Sportstätten, der momentan im Zeitplan liegt.

Die größte Sorge bereitet die Finanzierung des olympischen Dorfes mit geplanten 5 300 Wohneinheiten in Downtown. Die Kosten sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen und sollen inzwischen bei mehr als 800 Mio. Kanada-Dollar (498 Mio. Euro) liegen. Die Stadt Vancouver musste einspringen und offene Rechnungen begleichen, um den drohenden Baustopp abzuwenden.

Noch ist unklar, ob sich die Hoffnung der Organisatoren erfüllt und die Spiele komplett ausverkauft sein werden. Wegen des Losverfahrens für die olympischen Begegnungen des Nationalsports Eishockey dürfte es bei vielen kanadischen Fans lange Gesichter gegeben haben. „Da haben sich einige gewundert, dass sie nur Karten für Spiele von Weißrussland oder anderen nicht so attraktiven Teams bekommen haben“, sagte Greg Alexis, der für das Organisationskomitee tätig ist.

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