Olympische Spiele IOC-Chef Bach begrüßt Einigung zwischen Nord- und Südkorea

Nordkoreanische Wintersportler könnten nun doch an den Olympischen Spielen in Pyeongchang teilnehmen. Eine Einigung könnte die Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel entspannen. Das letzte Wort hat das IOC.
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Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees begrüßt die Annäherung von Süd- und Nordkorea. Quelle: dpa
Thomas Bach

Der Präsident des Internationalen Olympischen Komitees begrüßt die Annäherung von Süd- und Nordkorea.

(Foto: dpa)

PyeongchangIOC-Präsident Thomas Bach hat die positiv angelaufenen Verhandlungen über eine Teilnahme Nordkoreas an den Winterspielen in Südkorea und die am Dienstag aufgenommenen direkten Gespräche zwischen beiden Nationen begrüßt. „Diese Vorschläge sind für den olympischen Geist ein großer Schritt nach vorn“, wird Bach in einer Mitteilung des Internationalen Olympischen Komitees zitiert.

Nachdem Nordkorea angekündigt hatte, im Februar eine hochrangige Delegation sowie Athleten zu den Winterspielen nach Pyeongchang zu entsenden, wolle das IOC nun im nächsten Schritt konkrete Vorschläge und Beschlüsse abwarten. „Das IOC wird dann diese Vorschläge diskutieren, insbesondere hinsichtlich der Teilnahme, der Anzahl und der Namen der Athleten Nordkoreas“, teilte ein IOC-Sprecher mit.

Anschließend soll eine endgültige Entscheidung über die Teilnahme der Nordkoreaner getroffen werden. Unter anderem müsse auch besprochen werden, in welcher Form das Land dabei sein werde und ob es mit eigener Flagge und Nationalhymne auftrete. Die südkoreanische Seite hatte vorgeschlagen, dass Mannschaften beider Länder bei der Eröffnungs- und Schlussfeier der Winterspiele gemeinsam marschieren. Das hatte es bereits in der Vergangenheit gegeben.

Durch die Einigung könnte sich auch die Sicherheitslage auf der koreanischen Halbinsel entspannen. Deutsche Wintersportler begrüßten die Annäherungen der politischen Führungen. „Sicherlich ist es so besser als anders, wenn man sich annähert und einen vernünftigen Konsens findet, als wenn man das Damoklesschwert immer weiter schweben lässt“, sagte Biathlon-Bundestrainer Mark Kirchner: „Das macht es vielleicht ein bisschen einfacher und sicherer für die Gesamtsituation.“

Bei ihren ersten offiziellen Gesprächen seit zwei Jahren legten beide Länder im Grenzort Panmunjom ihre Vorschläge für die Zusammenarbeit bei den Spielen in Südkorea und für eine Verbesserung der Beziehungen vor. Die Gespräche kamen nach überraschenden Entspannungssignalen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un zustande.

Das IOC hatte zuvor seit geraumer Zeit mit allen Beteiligten an einem Olympia-Start nordkoreanischer Athleten gearbeitet. Bislang haben sich nur die nordkoreanischen Eiskunstläufer Ryom Tae Ok und Kim Ju Sik für Pyeongchang qualifiziert, sich jedoch nicht fristgerecht angemeldet. Das IOC bekräftigte jedoch, die Tür für die Nordkoreaner offen halten zu wollten.

Nordkorea war zuletzt 2010 in Vancouver mit Athleten bei Winterspielen vertreten. Insgesamt gewannen Wintersportler des isolierten kommunistischen Landes bei acht Teilnahmen nur zwei Olympia-Medaillen. Die bislang letzte holte die Shorttrackerin Hwang Ok-sil 1992 mit Bronze in Albertville.

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