Olympische Titelverteidiger und Topfavoriten: Von Stars und solchen, die es werden wollen

Olympische Titelverteidiger und Topfavoriten
Von Stars und solchen, die es werden wollen

Wie werden sich die "Ski-Könige" von Salt Lake City 2002 in Turin schlagen schlagen? Die Stars der letzten Winterspiele wollen ihren Titel verteidigen. Doch eine Reihe von Athleten brennt auf eine Revanche und will den olympischen Thron selbst besteigen.

HB TURIN. Kann der "Ski-König" von Soldier Hollow seine Krone bei den Olympischen Winterspielen in Turin noch einmal behaupten? Vier Jahre nach seinem Vierfach-Triumph in Salt Lake City rütteln vor allem die deutschen Skijäger mit Sven Fischer an der Spitze mächtig am Thron von Biathlon-Legende Ole Einar Björndalen. Mit drei weiteren Goldmedaillen würde der Norweger neben seinem Landsmann Björn Dählie zum erfolgreichsten Winter-Olympioniken aller Zeiten aufsteigen, doch ausgerechnet in dieser Saison wurde der 32-Jährige bisher immer wieder von Wehwehchen geplagt.

Auch für die in Utah mit drei Mal Gold dekorierte Kroatin Janica Kostelic ist ein erneuter Erfolg in Sestriere längst nicht programmiert. Vor allem die junge österreichische Slalom-Garde will der komplettesten alpinen Skirennläuferin zusetzen und ihr Vorhaben durchkreuzen, die Medaillensammlung zu erweitern. Nach Silber in Riesenslalom und Kombination vor vier Jahren zählt für Gesamt- Weltcupsieger Bode Miller diesmal nur Gold. Im Vorfeld der Spiele sorgte der für seine Eskapaden bekannte Amerikaner aber einmal mehr für Wirbel, als er bekannte, alkoholisiert Ski gefahren zu sein.

2002 stand ihm Samppa Lajunen drei Mal im Wege, doch nun will Ronny Ackermann als erster Deutscher seit Ulrich Wehling 1980 in der Nordischen Kombination ganz oben auf dem Treppchen stehen. Im Kampf um Gold muss sich der Doppel-Weltmeister des vergangenen Jahres erneut mit einem Finnen auseinander setzen, dem in dieser Saison schon bei fünf Weltcups siegreichen Hannu Manninen. "Wir sind auf einem guten Weg, aber es wird wohl wieder ganz knapp werden", warnte Bundestrainer Hermann Weinbuch vor überzogenen Erwartungen an den Sportler des Jahres, der in der olympischen Saison zudem mit Problemen beim Springen zu kämpfen hatte. Mit einem riesigen Erfolgsdruck fertig werden muss auch Ackermanns weibliches Pendant Uschi Disl. Die Bayerin peilt in den Loipen von San Sicario ihr ersehntes erstes olympisches Einzel-Gold im Biathlon an.

Im Oval Lingotto von Turin möchte Anni Friesinger diesmal den Spieß umdrehen. Die 29-Jährige, die als hohe Favoritin in Salt Lake City urplötzlich im Schatten von Doppelsiegerin Claudia Pechstein stand, will nach Eisschnelllauf-Gold über 1500 m endlich auch auf den langen Strecken ihre Stärke ausspielen. Als Top-Star des deutschen Langlaufs reist Axel Teichmann über die Alpen. Allerdings machte dem Weltmeister von 2003 über 15 km bisher immer wieder seine Anfälligkeit für Erkältungen einen Strich durch die Rechnung. Diesmal soll es klappen. "Für mich zählt nur Olympia", sagte der Thüringer.

Zu den unbestrittenen Stars der Spiele zählt auch Alberto Tomba, obwohl Italiens Ski-Heros der achtziger und neunziger Jahre seine Bretter längst in die Ecke gestellt hat. Gilt der dreifache Olympiasieger im Slalom und Riesenslalom, in Italien längst eine Werbe-Ikone, doch als heißer Kandidat für die Entzündung des Olympischen Feuers am 10. Februar im Stadion Comunale. Schon jetzt steht fest, dass Tomba einem Landsmann auf der Piste ganz fest die Daumen drücken wird. Der Italiener Giorgio Rocca gilt nach vier Disziplinsiegen in diesem Winter als Top-Favorit auf Gold im Riesenslalom.

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