Olympische Winterspiele
20 000 Freiwillige geben den Spielen ein Gesicht

Rund 20 000 freiwillige Helfer aus aller Welt, darunter 65 aus Deutschland, wollen zum reibungslosen Ablauf der Olympischen Winterspiele in Turin beitragen. Die Volunteers opfern ihre Ferien, arbeiten unentgeltlich und kommen zumeist für die Unterkunft selbst auf, nur um dabei zu sein.

HB TURIN. Die zumeist jungen Leute leisten Unterstützung beim Präparieren der Pisten und Loipen, sollen Zuschauern den Weg weisen sowie Sportler und Funktionäre unterstützen. Aber auch ältere Semester sind dabei: Rund ein Drittel der Volunteers sind über 55 Jahre alt - "innerlich jung Gebliebene" nennt sie das Olympische Organisationskomitee (TOROC) beinahe zärtlich.

"Ich war schon bei den Winterspielen in Grenoble 1968 im Einsatz" erzählt Daniel Kluser, ein äußerlich nicht mehr ganz taufrischer Franzose mit angegrautem Vollbart. "Ich bin 60 und seit kurzem pensioniert." Bei den Winterspielen in Turin (10. bis 26. Februar) greift der gelernte Englischlehrer Journalisten unter die Arme. "Spaß macht es allemal."

"Erst die Freiwilligen geben den Spielen ihr ganz besonderes Gesicht", schwärmt Antonio Romani, der zuständige TOROC-Manager, am Freitag. Am schwersten sei die Auswahl gewesen, schließlich hätten sich über 41 000 Interessenten gemeldet - immerhin doppelt so viele, wie tatsächlich gebraucht werden. "Wir haben mit jedem einzelnen Bewerber ein halbstündiges Gespräch geführt", berichtet Romani. trotzdem sei das Absagen alles andere als leicht gefallen. "65 Volunteers kommen aus Deutschland, die drittgrößte Ausländergruppe nach den USA und Frankreich."

Die Helfer arbeiten unentgeltlich und kommen zumeist für Unterkunft und Anreise selbst auf. "Ich habe 30 Stunden im Flugzeug gesessen", berichtet eine 23-jährige Australierin, die jetzt Funktioniäre und Promis führen soll. Sie opfert ihre Ferien für den Einsatz in Turin. Der Löwenanteil der Olympia-Helfer allerdings kommt aus dem Großraum Turin, "aus der olympischen Region", wie das die Veranstalter nennen. Das verbindende Merkmal der Freiwilligen: hoher Bildungstand, möglichst mehrere Fremdsprachen. 55 Prozent sind Männer.

Allein an den Pisten von Sestriere ist ein Heer von 2700 Volunteers im Einsatz, ein Teil steht als "Aufpasser" an den Pisten, geht den Experten beim Präparieren zur Hand, andere bedienen in den Restaurants und Cafés im Olympia-Dorf die Sportler. Auch bei den anschließenden Paralympics im März sind die Freiwilligen dabei. Dann gibt es noch eine weitere, ganz exklusive Freiwilligen-Schar. Das sind rund 5500 Jungen und Mädchen, die bei der Eröffnungsfeier am 10. Februar dabei sind. Viele dieser Volunteers treten sogar auf der Bühne auf - "innerlich jung Gebliebenen" werden dabei nicht unbedingt gesucht.

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