Olympische Winterspiele
Krawalle werfen Schatten über Turin

Die Lage in der Olympia-Region nördlich von Turin bleibt angespannt. Nachdem am Donnerstag rund 30 000 Demonstranten den Baubeginn für einen Tunnel im Susa-Tal unweit der französischen Grenze verhindert hatten, kam es zu schweren Krawallen zwischen Umweltaktivisten und Sicherheitskräften. Die Polizei setzte Tränengas ein. 17 Polizisten und zwei Demonstranten wurden verletzt, berichteten italienische Medien am Freitag.

Protest gegen Schnellstrecke

Anwohner und Umweltschützer versuchten mit der Blockade, die Errichtung einer neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke zu verhindern, die ein Eckpfeiler des europäischen Korridors fünf ist. Dieser soll Kiew mit Lissabon verbinden. Nach Ansicht der Demonstranten würde die geplante Schnellstrecke die Landschaft zerstören. Zudem könnten bei der Tunnelbohrung gefährliche Materialien wie Asbest und Uran freigesetzt werden.

Das italienische Innenministerium machte rund 1 000 Extremisten für die Krawalle verantwortlich. "Unter dien Umweltaktivisten haben sich Provokateure gemischt, die nichts mit den Talbewohnern zu tun haben", sagte der italienische Innenminister Giuseppe Pisanu. Die Proteste gegen die Bahnlinie seien politisch von vielen radikalen Linkspolitikern und Umweltschützern instrumentalisiert worden. Das Ministerium befürchtet, die Demonstranten könnten auch versuchen, die Olympischen Winterspiele (10. bis 26. Februar 2006) zu stören. Mehrere Wettkämpfe finden nämlich in Ortschaften des Susa-Tals statt.

Friedliche Lösung als Ziel

Die Regierung gibt sich gesprächsbereit. Der italienische Staatssekretär Gianni Letta plant am Samstag ein Treffen zwischen Regierung und Vertretern der Bürgermeister des Susa-Tals, die den Protest gegen die Bahnlinie aktiv unterstützen. "Wir wollen eine friedliche Lösung finden", sagte Letta.

© SID

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