Olympischen Spiele 2012
Chirac setzt auf Olympia-Weihe für Paris

Für Olympia setzt Präsident Jacques Chirac alles auf eine Karte. Der französische Staatschef wird am Mittwoch in Singapur dabei sein, wenn das Internationale Olympische Komitee (IOC) über die Vergabe der Spiele 2012 entscheidet.

HB PARIS. Für Paris ist das Bewerbungsverfahren bislang so gut gelaufen, dass alle Verantwortlichen in der Hauptstadt an der Seine fest an ihre Favoritenrolle glauben. Die lobenden Worte der Prüfungskommission klingen den Franzosen noch in den Ohren. „Hochprofessionell“ und von „sehr guter Qualität“ sei die Präsentation der Stadt und der Wettkampfstätten.

Stadtväter, Politiker, Sponsoren aus der Wirtschaft und Sportler haben sich mit Begeisterung und großer Sorgfalt vorbereitet - doch die Konkurrenz ist hart und der Ausgang ungewiss. Auch London hat gute Chancen und schickt Premier Tony Blair für den Endspurt nach Singapur.

Nur allzu gern möchte sich der angeschlagene Chirac mit diesem Triumph schmücken und mit guten Nachrichten für die Bürger heimkehren. In der Vergangenheit hat der Präsident in sportlichen Angelegenheiten ein gutes Gespür bewiesen. Als das IOC 2001 auf seiner Sitzung in Moskau die Spiele 2008 an Peking vergab, hatte der Präsident auf die Reise in die russische Hauptstadt verzichtet, um die damalige Kandidatur von Paris zu unterstützen.

Zur offiziellen Präsentation wird Chirac das Wort ergreifen. Auch der in den USA erfolgreiche französische Basketball-Star Tony Parker wirbt in Singapur für seine Heimat. Dem IOC wird außerdem ein Olympia-Film des Regisseurs Luc Besson vorgeführt, der dafür einen ganzen Tag lang die Prachtavenue der Champs Élysées in eine Olympia- Bühne verwandeln ließ.

Die technischen und sportlichen Einrichtungen der Stadt Paris haben die Kontrolleure der IOC-Prüfungskommission überzeugt - das hochmoderne Fußballstadion „Stade de France“ für die Leichtathletik, die Verkehrswege ebenso wie die Lage des Olympischen Dorfes, das es noch zu bauen gilt. Dunkler Punkt war eher die Streikfreudigkeit der Gewerkschaften, die ausgerechnet am Besuchstag der Olympia-Kommission mit Forderungen nach höheren Gehältern und Arbeitsplätzen durch die Straßen zogen.

Doch eine Lähmung des Verkehrs ausgerechnet zu den Olympischen Spielen ist anscheinend nicht zu befürchten. Die Gewerkschaften haben hoch und heilig versprochen, die Kandidatur von Paris nach Kräften zu unterstützen.

Nach Umfragen sind 85 % der Franzosen für die Spiele. Sie erhoffen sich von dieser globalen Sportveranstaltung einen Auftrieb für Wirtschaft, Tourismus und Arbeitsplätze - genau das, was die zur Zeit trübe Stimmung im Land erheblich aufbessern könnte.

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