Organisatoren schwitzen
Anhaltende Eisprobleme

Eine gut bespielbare Eisfläche in den Arenen sicherzustellen, scheint für die WM-Organisatoren zu einem echten Problem zu werden. Einige Trainer spötteln schon, dass ihre Spieler einen Freischwimmer benötigen um aufs Eis zu gehen.

HB WIEN. Die Eisfläche schmilzt, die Natioanlpieler geraten ins schwimmen und die Veranstalter ins schwitzen. Die Probleme mit dem Eis nehmen bei der Eishockey-WM in Wien leider kein Ende. Weil sich auf dem normalerweise gefrorenen Spieltuntergrund in der Wiener-Stadthalle erneut ein Wasserfilm bildete und die Kritik von Trainern und Aktiven immer lauter wurde, trat der Notfallplan in Kraft. Dieser sieht vor, dass das Eis in der angeschlossenen Trainingshalle abgetaut wird und die zusätzliche Kühlleistung für die Hauptarena verwendet wird.

Von dieser Maßnahme, die auf einer Krisensitzung der Organisatoren mit dem Internationalen Eishockey-Verband (IIHF) beschlossen wurde, war auch die deutsche Nationalmannschaft betroffen. Das Team von Bundestrainer Greg Poss musste am Montagnachmittag in der Albert-Schultz-Halle im Vorort Kagran trainieren. IIHF-Präsident Rene Fasel nahm die WM-Veranstalter in die Pflicht: "Jetzt darf nicht mehr gespart werden. Jetzt müssen sie das Problem endlich in den Griff bekommen."

Österreichs Verbandschef Dieter Kalt gab kleinlaut zu: "Durch die Zuschauermengen, die zusätzliche Beleuchtung und besonders die hohen Außentemperaturen fängt das Eis zu schwitzen an. Wir haben das Problem unterschätzt." Die Wärme in der für die WM renovierten Stadthalle beschrieb Hans-Ulrich Esken, Präsident des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB), treffend: "Man hätte sich in der Badehose auf die Tribüne setzen können."

Tschechiens Trainer Vladimir Ruzicka hatte trotz der schlechten Eisqualität den Humor nicht verloren. Verteidiger Jiri Slegr, dessen Schlittschuhkufe gebrochen war, sei "sehr gut zur Bande geschwommen", meinte der frühere Weltklassestürmer nach dem 3: 1-Sieg gegen die Schweiz. Ernster ergänzte er: "Ab dem zweiten Drittel war das Eis sehr schlecht. Es war sehr viel Wasser auf dem Eis, der Puck ist oft liegen geblieben."

Der deutsche NHL-Profi Jochen Hecht stimmte zu. "Schon nach zehn Minuten haben sich Wasserlachen gebildet. Die Scheibe gleitet nicht richtig", kritisierte der Mannheimer nach der 1: 2-Auftaktniederlage gegen Kasachstan.

Wegen der hohen Temperaturen in der Stadthalle hatten die Organisatoren einen Tag vor dem WM-Start noch einmal neues Eis machen müssen. Die Generalprobe zwischen Österreich und der Schweiz war am vergangenen Mittwoch nach zwei Dritteln wegen Löchern in der Eisfläche abgebrochen worden. Der slowakische Verband hatte sogar angeboten, die Spiele aus Wien ins benachbarte Bratislava zu verlegen.

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