Ottawa Senators
Nur heiraten ist größer als der Stanley-Cup

Christoph Schubert könnte der zweite deutsche Eishockeyspieler sein, der den Stanley-Cup gewinnt. Doch die Euphorie ist verflogen. Denn schon heute, im fünften Spiel der „Best of Seven“-Finalserie, kann der Traum für die Ottawa Senators beendet sein.

OTTAWA. Noch gibt Christoph Schubert nicht auf. Aber der Frust ist groß. Mit den Ottawa Senators hat der 25-Jährige Eishockeyspieler am Montagabend gegen die Anaheim Ducks die dritte Niederlage im vierten Spiel der „Best of Seven“-Finalserie um den Stanley-Cup hinnehmen müssen. Bereits heute kann im fünften Spiel der Traum beendet sein. Schubert sagt, das beste sei: Nicht darüber nachdenken und alles geben, was das Team noch draufhat.

Die Welle der Euphorie, die Schubert, das Team und mit ihnen die Stadt Ottawa erfasst hatte, als die Senators vor zwei Wochen den Einzug in die Finals schafften, ist verflogen. Nur im dritten Spiel, das die „Sens“ 5:3 gewannen, lief alles nach Plan, auch für Schubert. Er lieferte die Vorlage zum vierten Treffer. Nur: die „Ducks“ aus Anaheim führen 3:1. Ein weiterer Sieg genügt, um den Stanley-Cup, die begehrteste Eishockeytrophäe der Welt, zu gewinnen.

Aber ein wenig Hoffnung ist ja noch da, nach 1993 den Stanley-Cup erstmals wieder nach Kanada zu holen. Aufgeben gilt nicht. „Den Stanley-Cup zu gewinnen ist der Traum, den man von Kindheit an geträumt hat. Da wird es nichts Größeres mehr geben als die eigene Hochzeit“, hatte Schubert vor Beginn der Finalrunde gesagt. Er wäre nach Deutschlands Nationaltrainer Uwe Krupp, der 1996 mit Colorado den Cup gewann, der zweite Deutsche, der dieses schaffen könnte. Seit fünf Jahren spielt der Münchner in Nordamerika. Er hatte zuvor beim EV Landshut und den München Barons gespielt, 2001 wurde er von den Senators „gedraftet“. Für Schubert folgten harte Lehrjahre. Er musste sich im Nachwuchsteam bewähren, den Binghampton Senators in den USA. „Die Lehrjahre haben sich ausgezahlt. Ich habe mich entwickelt“, sagt Schubert.

Für die Saison 2005/2006 holten die Senators ihn nach Ottawa. Er etablierte sich im Team und kam in 56 der 82 Spiele zum Einsatz. Zur Stammmannschaft gehört der deutsche Nationalspieler seit dieser Saison: 80 Spiele, hinzu kommen 15 Spiele in den drei Playoffs gegen Pittsburgh, New Jersey und Buffalo. Schubert ist zufrieden, begnügt sich damit aber nicht: „Meine Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen.“

Eigentlich ist Schubert Verteidiger, wird seit Wochen aber in der vierten Angriffsreihe eingesetzt. Dort kam er auf acht Tore und 17 Assists. Es passt alles. Er und seine Freundin Katie, die er in Binghampton kennengelernt hat und die jetzt in Ottawa an einem College studiert, fühlen sich wohl in Kanadas Hauptstadt.

Sein Vertrag läuft im Sommer allerdings aus. Aber er hofft, dass er in Ottawa bleiben kann. Und wenn nicht? „Meine erste Heimat ist München“, sagt Schubert. „Das wird sich auch nicht ändern.“ Um aber beim nächsten Besuch bei seinen Eltern in München den Stanley-Cup präsentieren zu können, dafür müsste schon ein Wunder geschehen.

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