Oylmpia-Entscheidung 2012
New York hat längst noch nicht aufgegeben

Pannen gab es zur Genüge. Doch ungeachtet auch der letzten Blamage um den Bau eines Olympiastadions hält New York an seinem selbstkreiertem Image des „prädestinierten“ Austragungsortes für die Sommerspiele 2012 fest.

HB NEW YORK. Mit seinem beispiellosen Völkergemisch, das „hier friedlich Seite an Seite seine Träume verfolgt, ist New York jeden Tag ein Olympisches Dorf“, lautet die Devise, die auch US-Außenministerin Condoleezza Rice am Dienstag noch einmal unterstrich.

Anders als die schärfsten Konkurrenten Paris und London, die Präsident Jacques Chirac beziehungsweise Premier Tony Blair einfliegen, bekommt New York aber weder von ihr noch durch Präsident George W. Bush Beistand bei der Wahl der Olympia-Stadt durch das Internationale Olympische Komitee (IOC) am 6. Juli in Singapur. Noch nie habe ein US-Präsident an einer IOC-Vollversammlung teilgenommen, erklärte Rice. Bush werde aber per Video bei der 45-minütigen Präsentation New Yorks zu den IOC-Mitgliedern sprechen.

Dafür wird Box-Legende Muhammad Ali die Acht-Millionen-Stadt vor Ort vertreten. Ali (63), der Goldmedaillen-Gewinner von Rom 1960, hatte 1996 in Atlanta, schwer von der Parkinson-Krankheit gezeichnet, das Olympische Feuer entzündet. Wer New Yorks Stadtvater Michael Bloomberg neben Ali noch an Prominenz zur Seite steht, behält das Bewerbungskomitee NYC2012 vorerst für sich.

Ebenso wenig wird verraten, wie sich die „heimliche Hauptstadt der Welt“ vor dem IOC präsentiert. Fest steht bisher nur, dass die New Yorker das Werben ihrer Stadt in einer 15-stündigen Live-Übertragung vor dem Rockefeller-Center verfolgen können - wegen der Zeitverschiebung die Nacht hindurch.

New Yorks Chancen, den Fünfkampf gegen Paris, London, Madrid und Moskau zu gewinnen, waren nach dem Scheitern der ursprünglichen Stadionpläne vor knapp vier Wochen drastisch gesunken. Inzwischen gibt es neue Pläne, die das IOC-Exekutivkomitee in Singapur noch sanktionieren muss. Danach soll im Stadtbezirk Queens ein Olympiastadion mit 80 000 Plätzen gebaut werden, das nach dem Muster von Atlanta 1996 nach den Spielen in eine 45 000 Zuschauer fassende Arena für den Baseball-Club New York Mets zurückgebaut wird. Dort würden auch die Eröffnungs- und Schlussfeier, die Leichtathletik- Wettkämpfe und das Fußball-Finale stattfinden.

Die Athleten sollen in einem Olympischen Dorf am Ufer des East River gegenüber dem Glaspalast der Vereinten Nationen wohnen, nur einen Steinwurf vom pulsierenden Manhattan entfernt. Dies zum Teil in Hochhäusern, was das IOC aus Sicherheitsgründen mit Stirnrunzeln registriert hat. Die meisten Sportstätten sind vom Dorf in 20- minütiger Fahrzeit erreichbar.

Jeder Sportler wird seinen Wettkampf vor Heimpublikum austragen, heißt es auf der Webseite des Bewerbungskomitees: In New York leben Einwandererfamilien aus 198 Ländern, die die Athleten in ihrer Muttersprache begrüßen, sie wie zu Hause bekochen und auch kulturell unterhalten werden. Doch multikulturell sind auch die Konkurrenz- Metropolen.

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