Paarläuferin beschuldigt NOK: Keine Olympia-Teilnahme, kein deutscher Pass

Paarläuferin beschuldigt NOK
Keine Olympia-Teilnahme, kein deutscher Pass

Es gibt wiedermal Neuigkeiten im Fall Steuer und seinen Schützlingen. Diesmal steht jedoch nicht der Trainer im Rampenlicht, sondern die Paarläuferin Aljona Sawtschenko. Ihr soll von NOK Seite gedroht worden sein, ihren Pass zu verlieren, sollte sie nicht bei Olympia starten wollen.

HB TURIN. Neuer Wirbel im Fall des Stasi-belasteten Trainers Ingo Steuer: Das Nationale Olympische Komitee (NOK) soll nach Informationen des MDR-"Sachsenspiegels" Paarläuferin Aljona Sawtschenko bei einem Startverzicht in Turin mit dem Entzug ihres deutschen Passes gedroht haben. In einer Reportage mit dem Titel "Dünnes Eis - Der Fall Ingo Steuer", die am Mittwochabend ausgestrahlt wurde, behauptet dies die 22 Jahre alte gebürtige Ukrainerin. "Die haben gesagt, wenn Du nicht läufst, dann weg mit dem Pass", sagte Sawtschenko, ohne dabei einen Namen zu nennen.

Steuer ließ unterdessen offen, ob er mit den EM-Zweiten weiterhin für Deutschland an den Start gehen wird. "Wo es dann sein wird, wird die Zukunft zeigen. Aber es wäre schön, wenn wir da weiter machen könnten, wo wir angefangen haben. Wir hoffen, dass wir für Deutschland laufen können. Wichtig ist, dass wir drei uns einig sind", sagte der ehemalige Weltmeister. Auch Sawtschenko fügte an: "Ich hoffe, dass ich weiter für Deutschland laufen kann und werde."

NOK-Generalsekretär Bernhard Schwank wies die Vorwürfe zurück. "Die Vorwurfe, das NOK hätte Einfluss auf die Vergabe der Staatsbürgerschaft genommen, entbehrt jeder Grundlage. Das liegt nicht im Zuständigkeitsbereich des NOK", erklärte Schwank. Auch Reinhard Mirmseker, Präsident der Deutschen Eislauf-Union (DEU), konnte den Vorgang nicht bestätigen. "Davon weiß ich nichts. Man sollte aber bedenken, dass es in dieser Angelegenheit viele Missverständnisse gegeben hat, zumal Aljona auch noch nicht perfekt Deutsch spricht."

Die DEU habe allerdings ebenso wie das NOK von Sawtschenko und ihrem Partner Robin Szolkowy erwartet, auch ohne ihren Coach nach Turin zu reisen. "Das ist eine legitime Forderung von denen, die die Läuferin finanziell mit erheblichen Mitteln unterstützt haben und die Passangelegenheit stark vorangetrieben haben", rechtfertigte Mirmseker die klare Forderung an die Sportler.

Steuer hatte vor dem Berliner Landgericht eine Einstweilige Verfügung gegen seinen Olympia-Ausschluss erwirkt und mit seinem Duo in Turin den sechsten Platz erreicht. In einer Berufungsverhandlung vor dem Kammergericht soll nun am 6. März der Fall abschließend geklärt werden. Steuer bereitet die Vize-Europameister zurzeit in der Schweiz auf die Weltmeisterschaft vom 20. bis 26. März in Calgary vor. Gleichzeitig nehmen Sawtschenko/Szolkowy auch an der Schweizer Schaulauftournee "Art on Ice" teil.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%