Pantani zerbrach an seiner Drogensucht: Das Idol lebt weiter

Pantani zerbrach an seiner Drogensucht
Das Idol lebt weiter

Auch ein Jahr nach seinem plötzlichen Tod ist Radsportheld Marco Pantani in Italien unvergessen.

ROM. Zuerst wurde feierlich die Statue mit seinem Ebenbild enthüllt. Danach wurde eine Messe gefeiert, anschließend pilgerten mehrere hundert Menschen zusammen mit der Familie zu seinem Grab in Cesenatico. Der Radsportheld Marco Pantani ist vor einem Jahr verstorben. Und lebt in Italien weiter.

Dabei ist er so gestorben, wie er die schweren Bergetappen anging - allein. Pantani zerbrach an seiner Drogensucht, eine Überdosis Kokain setzte seinem Leben ein Ende. In den letzten Lebensmonaten fühlte er sich von Familie und Freunden im Stich gelassen. Mit der Familie hatte sich der 34-Jährige wegen seiner Kokainsucht und seines exzessiven Lebensstils überworfen. Mutter und Schwester hatten vergeblich auf ihn eingeredet, zu einem geregelten Leben zurückzukehren. Der Vater hatte seine eigenen Konten, auf denen der Sohn Geld deponiert hatte, sperren lassen, seine Freundin Kristin hatte ihn verlassen.

Irgendwie hatte Pantani wieder Geld aufgetrieben, um sich bei dem Drogendealer Fabio Miradossa 30 Gramm Kokain zu besorgen. Miradossa versorgte ihn schon seit Monaten mit Stoff. Miradossa und zwei weitere Dealer wurden am Montag wegen Rauschgiftverkaufs mit Todesfolge angeklagt. Der einst hagere Junge mit den abstehenden Ohren hatte sich verändert: Von seiner Kokain- und Tablettensucht gezeichnet wog Pantani gut 90 Kilogramm. Er "bestellte" sich in das Apartmenthaus in Rimini, in dem er abgestiegen war, eine Nachtklubtänzerin. Am nächsten Morgen wurde Marco Pantani tot aufgefunden. Ob er absichtlich aus dem Leben schied, konnten die staatsanwaltlichen Ermittlungen nie endgültig klären.

Das Fahrradfahren war seine Welt. Mit 26 Jahren hatte er das legendäre Double geschafft: Er gewann den Giro d'Italia und die Tour de France im selben Jahr - kaum ein Jahr später begann sein Absturz. Vor der vorletzten Giro-Etappe, in Führung liegend, wurde er wie auch die anderen Führenden zur Dopingkontrolle gebeten. Diese ergab einen Hämatokritwert von 51 Prozent. Pantani wurde gesperrt. Wie er meinte: ein Komplott gegen ihn. Er allein würde für eine Dopingpraxis bezahlen, die auch seine Konkurrenten praktizierten. "Wenn du nicht gewinnst, vergessen sie dich alle", vertraute Pantani seinem früheren Mannschaftskollegen Filippo Simeoni an.

Italien vergisst Pantani nicht. Seine Lebensgeschichte gibt es bereits als Buch. Der Bestseller heißt: "Ein Mann reißt aus". Es basiert auf Aufzeichnungen, die Pantani in seinen letzten Lebensmonaten angelegt hat. Auch die Filmrechte wurden schon verkauft. Pantanis Mutter setzt indes die Suche nach der Wahrheit über seinen Giro-Ausschluss fort: " Ich werde so lange weitermachen, bis die ganze Wahrheit ans Tageslicht kommt", kündigte sie an.

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