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Behindertensportler wollen Olympia-Macher werden

Verena Bentele und Gerd Schönfelder wurden am Samstag als Behindertensportler des Jahres ausgezeichnet. Im Vordergrund stand jedoch die Bewerbung von München 2018.

Mit Stars, Herz und Charme will der Behindertensport zum entscheidenden Faktor für die Olympia-Bewerbung München 2018 werden. "Die Paralympics sind ein riesiges Pfund für die Entscheidung für München 2018. Ich bin fest davon überzeugt: Ohne Paralympics, ohne Engagement für Paralympics wird es keine erfolgreiche Bewerbung", sagte der Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes, Friedhelm Julius Beucher, dem SID. Auch Dosb-Präsident Thomas Bach hatte die Paralympics bereits als möglicherweise entscheidenden Vorteil genannt.

Schönfelder und Bentele ausgezeichnet

Gerd Schönfelder, mit 16 Goldmedaillen Deutschlands erfolgreichster Paralympics-Teilnehmer und am Samstag zum Behindertensportler des Jahres gewählt, erhofft sich von Spielen in Deutschland einen großen Ruck. "Das würde dem ganzen Land von der menschlichen Seite sehr gut tun. Und deshalb wäre das eine Riesenchance für Deutschland", sagte der armamputierte Alpin-Rennfahrer: "Ich würde mir die Offenheit wünschen, die Vancouver an den Tag gelegt hat. Da sind wir Deutschen manchmal noch ein bisschen zu ängstlich und vorsichtig im Umgang mit Behinderten."

Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren kann der Behindertensport 2010 sogar echte Stars vorweisen. Die zur Behindertensportlerin des Jahres gewählte Verena Bentele (Langlauf/Biathlon) erhielt als erfolgreichste Athletin der Spiele in Vancouver bereits den Bambi in der Kategorie Sport. Schönfelder wurde vom IOC als erstem Deutschen der Samaranch-Preis für herausragende Sportler mit körperlicher oder geistiger Behinderung verliehen.

"Würdig für die Sportlerwahl"

Beucher bringt seine beiden Aushängeschilder nun auch für die Wahl zu Deutschlands Sportlern des Jahres in zwei Wochen in Stellung. "Die beiden sind würdig für die Sportlerwahl", sagte der Präsident. Erst einmal, 1994 durch Leichtathletin Marianne Buggenhagen, gewann bisher eine Behindertensportlerin die übergreifende Wahl. Bentele spekuliert durchaus auf eine vordere Platzierung. "Man denkt manchmal dran", gab sie zu: "Aber tippen bringt nichts, man wird sehen, wie es ausgeht."

Schönfelder sieht dagegen "gar keine Chance auf einen der ganz vorderen Plätze. Mein Favorit ist Sebastian Vettel. Für mich wäre ein Top-10-Ergebnis ein überragender Erfolg." Und der krönende Abschluss eines unglaublichen Jahres. "Die ganze Saison war Wahnsinn", sagte der Bayer, dessen Sohn Leopold 8000km entfernt zur Welt kam, als der Papa in Vancouver gerade zum 16. Paralympics-Gold fuhr. In seinem letzten Rennen bei den Behindertenspielen, wie der 40-Jährige noch einmal bestätigte: "Nach der Saison wirds das wohl gewesen sein."

Schönfelder plant Tätigkeit bei München 2018

Sollte München 2018 den Zuschlag bekommen, will sich Schönfelder in irgendeiner Funktion einbringen: "Ich war sechs Mal als Sportler dabei, es wäre ein Traum, die Paralympics einmal von der anderen Seite zu erleben." Verena Bentele, die nach Vancouver eigentlich schon das Karriere-Ende geplant hatte, würden Spiele in ihrer Heimat wohl gar zum Weitermachen bis 2018 bewegen. "Ich denke, dass sie in dem Fall noch aktiv sein wird", meinte Schönfelder. Die in München lebende Bentele, die dann 36 wäre, drückt es vorsichtiger aus. "Wenn es so kommen würde, würde mir die Entscheidung, vorher aufzuhören, sehr schwer fallen. Es ist noch lange hin, aber ich würde schon gerne nochmal vor eigener Kulisse starten."

© SID

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