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Neun DBS-Medaillen am zweiten Wettkampftag

Mit neun Medaillen beendeten die DBS-Athleten den zweiten Wettkampftag der Paralympics in Peking. Die bisher einzige deutsche Goldmedaille ging an Reiterin Britta Näpel.

Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) konnte sich am zweiten Wettkampftag der Paralympics in Peking gleich über neun Medaillen freuen. Sieben Plaketten gingen dabei auf das Konto der weiblichen DBS-Athleten, die damit ihre starke Form vom Vortag bestätigen konnten. Bereits die drei Podiumsplatzierungen am Sonntag hatten ausschließlich Frauen erzielt.

"Zahlenmäßig sind die Männer überlegen, leistungsmäßig offenbar die Frauen", meinte der deutsche Chef de Mission, Karl Quade, schmunzelnd: "Aber ich glaube, dass dieser klare Unterschied bisher reiner Zufall ist." Immerhin sind 103 der 171 gemeldeten Deutschen männlich.

Näpel holt erste Goldmedaille

Bezeichnenderweise sorgte auch eine Frau für die erste und bisher einzige deutsche Gold-Medaille. Die spastisch gelähmte Reiterin Britta Näpel aus Wonsheim in der rheinhessischen Schweiz, 2007 Weltmeisterin in der Kür, gewann in Hongkong mit ihrem Pferd Cherubin 15 die Individualprüfung der Startklasse Grad II. "Ich bin sprachlos. Ein Traum ist wahr geworden", sagte die 42-Jährige.

Zum ersten Gold kamen am Montag noch sechsmal Silber und zweimal Bronze. Aus der Riege der Männer schafften nur der querschnittsgelähmte Sportschütze Norbert Gau (München) durch sein überraschendes Luftgewehr-Silber und der armamputierte Radfahrer Wolfgang Sacher als Zweiter in der Einerverfolgung den Sprung aufs Siegerpodest. Unterstützt wurde das 41 Jahre alte Mitglied im Penzberger Stadtradt von Bürgermeister Hans Mummert, der seinen SPD-Parteifreund in Lederhosen auf der Tribüne lautstark anfeuerte.

Weltrekorde reichten nur zu Silber

Die deutschen Sportlerinnen überzeugten sogar noch durch drei Weltrekorde, die allesamt aber nur zu Silber reichten. Andrea Hegen, der von Geburt an der linke Unterarm fehlt, legte im Speerwurf die Bestmarke von 39,23m vor, wurde danach aber von der Chinesin Juan Yo (40,51m) übertroffen. Der Rekord bleibt der Leverkusenerin aber erhalten, da die Asiatin einer anderen Klasse angehört.

Zudem gewann die 23-Jährige eine private Wette mit ihrer Trainerin, der Europameisterin und Olympia-Fünften Steffi Nerius. "Ich muss in jedem Jahr weniger als 30 m unter ihrer Bestleistung liegen", erzählt sie: "In Athen vor vier Jahren hab ich ein Essen gewonnen. Diesmal muss ich mir noch etwas Schönes ausdenken."

Mit der Kugel reichte der Weltrekord von Martina Willing (Brandenburg/8,61m) nicht für Gold, da die stärker behinderte Eva Kacanu aus Tschechien trotz 6,73m durch einen entsprechenden Faktor mehr Punkte vorweisen konnte.

Buggenhagen: "Peking toppt alles"

Die 55 Jahre alte Marianne Buggenhagen (Berlin) holte bei ihren fünften Paralympics mit 8,54m Bronze. Es war ihre 45. Medaille bei einem internationalen Großerereignis. Nach der 46. und wohl letzten vor dem Karriere-Ende greift sie am Dienstag im Diskuswurf. Der Erfolg ist diesmal aber zweitrangig: "Ich dachte, Barcelona 1992 und Sydney 2000 seien nicht mehr zu überbieten", sagte Deutschlands Sportlerin des Jahres von 1994: "Aber Peking toppt alles. Ich bin froh, dass ich das noch erleben durfte."

Silber gewann im 500-m-Zeitfahren die nach einem Messer-Attentat gelähmte Bahnradfahrerin Natalie Simanowski (Augsburg), aktuelle Behindertensportlerin des Jahres. Ihr Weltrekord wurde kurz darauf von der siegreichen Neuseeländerin Paula Tesoriero um mehr als 0,7 Sekunden unterboten. Die sehbehinderte Ramona Brussig (Schwerin) verpasste in der Judo-Klasse bis 57kg die Wiederholung ihres Triumphes von Athen durch eine Final-Niederlage gegen die Chinesin Wang Lijing.

Auf den ersten Sieg hoffte derweil Kirsten Bruhn am Montag vergeblich. Der gelähmten Schwimmerin aus Neumünster blieb über 100m Freistil Bronze.

© SID

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