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Startschuss für Paralympics der Rekorde in Turin

In Turin starten heute die Winterparalympics und Deutschland liebäugelt mit dem Platz an der Sonne im Medaillenspiegel. Insgesamt treten 535 Athleten aus 39 Nationen an und Rollstuhl-Curling feiert seine Premiere.

Der internationale Wintersport geht in der Olympiastadt Turin in die nächste Runde. Knapp zwei Wochen nach dem rauschenden Ende der Winterspiele startet das nächste Sportfest der Superlative. Wenn am heutigen Abend im Stadio Olimpico die Winterparalympics feierlich eröffnet werden, setzen auch die Spiele der Behinderten Rekordmarken. Die deutschen Athleten sind wieder heiß auf den Platz an der Sonne. Nach 17 Gold-, 15 Silber- und einer Bronzemedaille und Platz eins im Medaillenspiegel 2002 in Salt Lake City will das 35-köpfige Aufgebot des Deutschen Behinderten-Sportverbandes (DBS) auch in Italien den Ton angeben.

DBS will den Platz an der Sonne

"Wir haben den Ehrgeiz, in Turin vorne mitzuspielen. Wir würden uns natürlich freuen, wenn wieder der Spitzenplatz herauskäme" sagt DBS-Präsident Karl Hermann Haack. Quasi als Maskottchen sind die deutschen Stars von Salt Lake wieder dabei. Biathletin Verena Bentele sowie die alpinen Skiläufer Gerd Schönfelder und Martin Braxenthaler gewannen in Utah jeweils viermal Gold und zählen auch in Turin zu den Medaillenanwärtern. Und schließlich haben vor allem die erfolgreichen Biathleten bei Olympia in Pragelato Plan schon die Goldspur gelegt.

Premiere für Rollstuhl-Curling

Die Konkurrenz ist diesmal allerdings so groß wie nie zuvor: Insgesamt 39 paralympische Komitees schicken 535 Sportler zu den 9. Winterparalympics nach der Premiere im schwedischen Örnsköldsvik 1976. Erstmals ist die Mongolei vertreten, erstmals werden Medaillen in fünf Sportarten vergeben. Rollstuhl-Curling ist nach Ski alpin, Skilanglauf, Biathlon und Sledge-Eishockey der Neuling im Programm.

Rund 1 000 Medienvertreter werden von den Wettkämpfen berichten, und auch das deutsche Fernsehen will so viel senden wie nie zuvor von Winterparalympics. 3 000 Freiwillige haben sich gemeldet, 250 000 Zuschauer sollen für einen würdigen Rahmen sorgen. Zumindest die Deutschen gehen davon aus, dass organisatorisch alles glatt geht und auch der manchmal ernüchternde Zuschauerzuspruch bei den Olympischen Winterspielen kein schlechtes Omen bedeutet.

"Wir gehen davon aus, dass wir wie in Salt Lake City sehr gute Spiele erleben werden. Wir haben im Vorfeld eine sehr intensive Medienarbeit betrieben und erreicht, dass die Fernsehsender laufend berichten", sagt Karl Hermann Haack. Tatsächlich wurden die TV-Übertragungsrechte für die Paralympics erstmals in alle Kontinente vergeben. In Lateinamerika erleben die Wettkämpfe der Behinderten-Sportler ihre Fernsehpremiere.

280 Dopingtests sollen saubere Spiele garantieren

Eine traurige Premiere bei Winterparalympics gab es in Salt Lake City, als der Oberhofer Goldgewinner Thomas Oelsner positiv getestet wurde und seine Medaille zurückgeben musste. Oelsner, der wissentliches Doping abstreitet, geht nach einer Zweijahressperre in Turin erneut an den Start und will sich mit Topleistungen rehabilitieren. Insgesamt 280 Dopingtests (gegenüber 97 in Salt Lake) sollen diesmal für saubere Spiele sorgen.

Das Motto der Spiele - "Spirit in Motion" (Geist in Bewegung) - steht nach Ansicht der Präsidentin des Organisationskomitees, Tiziana Nasi, für die gestiegene Wertigkeit des Behindertensports. "Sowohl sportlich als auch gesellschaftspolitisch haben die Behinderten seit Einführung der Paralympics einen riesigen Schritt nach vorne getan. Wir sind stolz darauf, ihnen das Medium für den nächsten Schritt zu bieten", sagt Nasi, die seit Dezember 2001 die Organisation der Paralympics betreut.

Jegliche Geldsorgen nach Finanzkürzungen durch die Regierung in Rom hätten die Organisatoren laut Nasi bewältigt: "Wir erwarten großartige Spiele."

© SID

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