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Zwölfte Paralympics-Goldmedaille für Schönfelder

Bei den Paralympics in Turin hat Gerd Schönfelder mit seiner Medaille im Riesenslalom das goldene Dutzend seit der ersten Teilnahme 1992 voll gemacht. Bei den Frauen holte Andrea Rothfuss Silber im gleichen Wettbewerb.

Die Winterparalympics in Turin sind auch am sechsten Wettkampf erfolgreich für die deutsche Mannschaft ausgegangen. Insbesondere für Gerd Schönfelder, der seine insgesamt zwölfte Goldmedaille bei Paralympics seit 1992 gewonnen hat. Der 35-Jährige aus Kulmain fuhr nach dem Erfolg in der Abfahrt auch im Riesenslalom zum Sieg. Mit Schönfelders heutiger Goldmedaille weist die Bilanz des deutschen Paralympic-Teams insgesamt sechs Edelmetalle auf.

Nach einem Nerven aufreibenden Wettbewerb sorgte die 16-jährige Andrea Rothfuss aus Mitteltal mit Silber ebenfalls im Riesentorlauf der stehenden Klasse für die zweite deutsche Medaille am siebten Wettkampftag. Insgesamt haben die deutschen Athleten in Turin nun sechs Goldmedaillen sowie fünfmal Silber und dreimal Bronze eingesammelt.

Schönfelder will auf Risiko fahren

"Das Abfahrtsgold bedeutet zwar mehr Prestige, aber im Riesenslalom hatte ich mir viel ausgerechnet. Ich bin glücklich, dass ich meine eigenen Erwartungen erfüllen konnte", meinte Gerd Schönfelder. Nachdem er Gold im Super-G noch um zwei Hundertstel verpasst hatte, lag er am Donnerstag 1,32 Sekunden vor dem Japaner Masahiko Tokai.

Viermal Gold wie 2002 in Salt Lake City ist für den Armamputierten zwar nicht mehr drin, am Samstag geht er aber auch im Slalom noch einmal als Medaillenkandidat ins Rennen. "Da werde ich voll auf Risiko fahren", kündigte Schönfelder an.

Nur wenige Minuten vor Schönfelder war Andrea Rothfuss, der seit der Geburt die linke Hand fehlt, bei ihrer Paralympics-Premiere ganz cool zu Platz zwei gerast. Dabei hatte sie im Zielraum sogar schon Glückwünsche zu Gold entgegengenommen - der große Coup stellte sich nach einigen Minuten allerdings als Fehler auf der Anzeigetafel heraus.

"Goldener" Irrtum bescherte Rothfuss Silber

"Ich habe gleich gedacht, das kann doch gar nicht sein. Aber dann habe ich mich erstmal feiern lassen", meinte Rothfuss. Mitten in einem Fernsehinterview erfuhr sie dann von dem Irrtum. Gold ging an die Kanadierin Lauren Woolstencroft. "Es zählt nicht, welche Medaille ich habe. Ich freue mich genauso über Silber. Das hätte ich mir nie träumen lassen."

Umso erstaunlicher war die Leistung von Rothfuss, da sie nach dem ersten Durchgang schon vor einer Disqualifikation stand, weil ihre Ski angeblich acht Zentimeter zu kurz waren. Die ebenfalls erst 16 Jahre alte Theresa Kempfle belegte den sechsten Platz. Beide hatte der DBS ursprünglich nur als Option für die Zukunft nach Turin geschickt.

Die nordischen Skiathleten hatten am Donnerstag frei. Ihre Wettbewerbe werden am Freitag mit den Langlauf-Staffeln fortgesetzt.

Desweiteren haben die deutschen Sledge-Eishockey-Mannschaft bei ihrer Premiere das Endspiel verpasst. Die Auswahl von Trainer Michael Gursinsky unterlag im Halbfinale mit 0:5 (0:0, 0:3, 0:2) gegen Kanada und spielt nun am Samstag (17.00 Uhr) gegen Salt-Lake-Sieger USA um Bronze. Die Amerikaner hatten ihr Halbfinale gegen Norwegen mit 2:4 verloren.

© SID

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