Paralympics Turin
"Goldene Tage" in Turin vorerst beendet

Bei den Winter-Paralympics in Turin blieben die deutsche Asse am fünften Wettkampftag erstmals ohne Medaillen. Frank Höfle griff zum falschen Ski und landete wie die "müde" Verena Bentele auf Rang vier.

Die deutschen Behinderten-Sportler mussten sich am Mittwoch ohne Medaillen bei den Winter-Paralympics in Turin zufrieden geben und somit sind die "goldenen Tage" vorerst beendet. Ausgelaugt von den bisherigen Rennen und mit dem falschen Material an den Füßen sind Verena Bentele (München) und Frank Höfle (Isny) am fünften Wettkampftag jeweils als Vierte an den Medaillenrängen vorbeigelaufen.

Im Langlaufstadion von Pragelato Plan sorgten die zweifache Goldgewinnerin Bentele und der zwölfmalige Paralympics-Sieger Höfle jeweils über 10km bei den Sehbehinderten für die besten Resultate des Teams des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS).

Gute achte Ränge belegten der Sehbehinderte Michael Bentele (München) und Thomas Ölsner (Oberhof) in der stehenden Kategorie. Die alpinen Skirennläufer hatten am Mittwoch Wettkampfpause. Damit blieb die deutsche Bilanz zur Hälfte der Spiele bei fünf Goldmedaillen, viermal Silber und dreimal Bronze. "Unser Konzept, sowohl in den nordischen als auch alpinen Diszilpinen zuzuschlagen, geht bislang auf. Wenn wir am Ende zehn bis zölf Goldmedaillen haben, werden wir im Medaillenspiegel weit vorne landen", meinte ein dennoch zufriedener Karl Quade, DBS-Vizepräsident und Chef der Mission.

Bentele: "Richtig, richtig müde"

Einfach nur ausruhen wollte sich Verena Bentele nach ihrem vierten Rennen in fünf Tagen. "Platz vier ist ein bisschen ärgerlich, aber ich hatte keine Kraft mehr. Ich war heute einfach richtig, richtig müde", meinte Bentele. Die 24 Jahre alte Germanistikstudentin, der 10,1 Sekunden zu Bronze fehlten, hat in Turin bereits Gold im 5-km-Langlauf sowie im Biathlon über 7,5km gewonnen, dazu kam Bronze über die lange Biathlondistanz zum Auftakt. Bis zum Sonntag hat die Vierfach-Siegerin von Salt Lake City 2002 nun Zeit sich zu erholen, dann steht der Langlauf über 15km an. Bentele: "Da werde ich mich dann noch mal bis zum Schluss auskotzen."

Höfle greift zum falschen Ski

Angefressen war nach seinem vierten Platz Frank Höfle. "Ich habe mir heute einfach den falschen Ski ausgesucht und schon früh gemerkt, dass es nicht läuft. Das ist schon traurig", meinte der 38-Jährige. Sein Begleitläufer Johannes Wachlin erklärte: "Nach einem Kilometer wusste ich schon, dass wir heute nicht um Gold laufen. Frank kam einfach nicht hinterher und ich konnte fast Spazierenlaufen."

Positiv bewertete die deutsche Teamleitung zur Halbzeit das in Turin erstmals durchgängig angewandte Prozentsystem, mit dem die Leistungen vergleichbar und die verwirrend hohe Anzahl von Entscheidungen reduziert wurden. "Das System hat sich bewährt. Keine Klasse wird hier bevorteilt, die Resultate sind eine Bestätigung für das System und wir sehen exzellente Rennen", sagte Quade.

Auch DBS-Präsident Karl Hermann Haack lobte die neue Einteilung der Startklassen: "Ich musste das neue System erst wie Vokabeln lernen und hatte ein bisschen Sorge. Aber hier habe ich nirgends gemerkt, dass Frust herrscht. Das alte System war einfach nicht mehr plausibel zu machen."

© SID

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