Pech und Chaos bei den Kiwis
Schümann: "Das war Glück"

Freud und Leid lagen nach dem fünften Finale um den America's Cup dicht beieinander. Während die Alinghi den geschenkten Punkt dankbar annahm, ärgerten sich die Neuseeländer über das "Chaos" an Bord.

Ein winziges Loch entschied am Freitag das fünfte Finale um den America's Cup: Der wenige Zentimeter lange Riss brachte das Spinnaker-Segel der Neuseeländer zum Platzen und bescherte im Gegenzug der Alinghi den dritten Sieg. "Das war Glück", gab auch Sportdirektor Jochen Schümann zu: "Nicht wir haben das Rennen gewonnen, sie haben es verloren."

Am Ende wurde es trotzdem noch einmal eng: 19 Sekunden bedeuteten im Ziel sogar den geringsten Vorsprung aller bisherigen Finalrennen. Eine Tatsache, die auch den Penzberger gehörig ärgerte: "Da ist bei uns nicht mehr viel passiert", kritisierte Schümann, "wir hätten aus dem Fehler mehr Kapital schlagen sollen".

Gerade bei den stürmischen Verhältnissen von 15 Knoten galt die eigentlich Alinghi als klar bevorteilt. Nicht nur Schümann hatte damit gerechnet, dass "wir einen Ticken besser unterwegs sein sollten." Tatsächlich war das Team New Zealand aber auf drei von vier Abschnitten schneller als der Titelverteidiger -- nur eben nicht auf dem zweiten, wo die "Kiwis" stolze 38 Sekunden verloren.

"Überall waren Manschen und Segel"

Die Neuseeländer versuchten derweil, nach dem Rennen ihren Fauxpas möglichst schnell abzuhaken. Syndikatschef Grant Dalton gab immerhin einen "Fehler" beim Hissen des Ersatz-Spinnakers zu. "Wir haben diese Situation unzählige Male geübt. Einem Top-Team sollte das nicht passieren", so der 49-Jährige.

Die Crew um Steuermann Dean Barker hatte das Loch schon nach wenigen Sekunden bemerkt und in Windeseile ein Ersatzsegel vorbereitet. "Doch gerade als wir den zweiten Spinnaker setzen wollten, ist der erste explodiert", beschrieb Dalton die entscheidende Szene: "In dem Moment entstand an Bord Chaos, überall waren Manschen und Segel".

Immerhin holte der Herausforderer anschließend noch 100 Meter auf und bewies damit, dass ihre Yacht auch bei viel Wind mithalten kann. Für die kommenden Tage verspricht das einen weiterhin ausgeglichenen Kampf. "Es bleibt spannend. Es kann in alle Richtungen gehen", glaubt Jochen Schümann. Am Samstag (ab 15 Uhr) geht es in Valencia mit dem sechsten Rennen weiter.

© SID

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